Unsere unvergessliche Reise durch das majestätische Himalaya-Gebirge führt uns von Lhasa über das legendäre Basislager des Mount Everest bis nach Nepal. Dank Tibet Vista konnten wir dieses atemberaubende Abenteuer erleben, das Herz Tibets erkunden und den höchsten Gipfel der Welt aus nächster Nähe bestaunen. Von den kulturellen Wundern Lhasas bis zum beeindruckenden Everest-Basislager machte Tibet Vista unsere Traumreise reibungslos und außergewöhnlich.
Mit dem Kleinbus geht es nach Shigatse, einer Stadt 300 Kilometer westlich von Lhasa. Auf dem Weg gibt es Aussichtspunkte, Seen und vor allem Berge und Hügel. Sehr malerisch. An den neuralgischen Punkten flattern Hundertschaften von farbenfrohen tibetischen Gebetsfahnen im Wind. Herausgeputzte Yaks, Ziegen und Tibetmastiffs – das sind gewaltig große Hirtenhunde – müssen für Fotos posieren.
Wir sehen bei unserer gesamten Fahrt an jedem Tag mindestens einen schweren Autounfall, obwohl nicht viel Verkehr ist. Die Straßen sind gut. Eventuell hängt es mit der Höhenluft zusammen. Immerhin bekommen unsere chinesischen Sim-Karten automatisch Textnachrichten mit Warnungen wegen Autofahren und Höhenluft, sowie die Anweisung, dass man verdächtige Aktivitäten melden soll. Uns kommt hier so ziemlich alles sehr ungewöhnlich vor. Jeden Tag fahren wir durch eine Handvoll Checkpoints, bei denen Fahrer und Reiseleiter sämtliche Papiere hervorzaubern müssen. Manchmal müssen alle aussteigen und mit ihrem Pass durch die Kontrolle gehen. Probleme gibt es keine aber lästig ist es auf Dauer schon ein wenig. Am Ende sieht unser Tibet-Visum, das aus einem A4-Zettel besteht, jedenfalls wie ein Sammelstempel-Album aus. Leider können wir nicht lesen was drauf steht und es verbleibt letzten Endes auch in China.










































Erwähnenswert sind die WC-Anlagen auf dem Weg. Sie bestehen aus einem Loch im Boden, wurden noch nie geputzt, sind mit einer ein Meter hohen Mauer umgeben und haben keine Türen. Sozialkontakte als Zeitvertreib mit Augenkontakt wären also am Örtchen kein Problem wenn man die richtige Sprache kann. Papier gibt es genau so wenig wie Seife oder Wasser. So ziemlich das schlimmste an Klo was wir je gesehen haben. Schaut man zur Tür rein, muss man eigentlich schon gar nicht mehr. Man wünscht sich einfach einen Kuhstall. Eine Amerikanerin aus unserer Reisegruppe bemerkt: „Die Chinesen haben bisher alles gemeistert, nur das Klo nicht.“
In Shigatse gibt es ein entzückendes Kloster. Der Zauber besteht wohl darin, dass wir kurz vor dem Schließen ankommen und wir fast die einzigen Touristen sind. Da wird so ein jahrhundertealtes Kloster beinahe automatisch zu einem friedlichen harmonisch-romantischen Platz. Wir kommen zur Gesangsstunde zurecht. Allgemein geht es recht locker zu bei den Mönchen. Sie lachen, scherzen und der Gesang hört sich für uns teilweise eher wie Gegröle beim Fußballspiel an. Das sympathische Auftreten der in rot gekleideten Buddha-Diener entschädigt für alles. Die Früchte der anderen Spender werden an uns verteilt, weil man uns anmerkt, dass wir schon ziemlich geschlaucht sind an diesem Abend. Geduldig beantwortet ein Mönch unsere Fragen, warum er ins Kloster gegangen ist, wann er seine Familie sieht und so weiter. Er sitzt hier heute seit 4.30 Uhr morgens und „bewacht“ den Raum. Immerhin ist es jetzt 19.00 Uhr und wir hoffen, er darf jetzt bald essen gehen. Immerhin darf er in sein Mobiltelefon schauen. Der Abt strahlt eine wohlwollende natürliche Autorität aus. Auf gestellte Fragen antwortet er in Sekundenbruchteilen aus vollster Überzeugung. Authentischer könnte es wohl nicht klingen. In den Klöstern werden nicht nur Lebensmittel oder kleine Geldscheine sondern auch Yak-Butter gespendet. Mit einem Behälter kommen die Gläubigen und geben in jedes der aufgestellten Gefäße mindestens einen Löffel voll hinein. Aus den Gefäßen ragen brennende Dochte heraus. So werden hier Kerzen gemacht. Manche Figuren in den tibetischen Klöstern sind bis zu 2.500 Jahren alt. Die Bausubstanz ist teilweise aus dem 7. Jahrhundert nach Christus. Das meiste ist aber aus den Jahrhunderten 14 bis 17 nach Christus wenn es nicht bei der „Kulturrevolution“ von den Kommunisten zerstört wurde.
Wir werden mit einem elektrischen Bus das letzte Stück zum Everest Basecamp I auf 5.200 Meter Seehöhe gebracht. Die Spannung steigt. Versteckt er sich hinter den Wolken oder nicht. Der Führer meint, der Wechsel vollzieht sich immer blitzschnell. Ziehen aber Wolken in der Nähe des Basecamps auf, hat man meist keine Chance auf einen Blick auf den höchsten Berg der Welt. Das erste Basecamp besteht aus einer Zeltstadt für Touristen. Bergsteiger treffen wir keine an. Zumindest heben sie sich nicht von anderen Besuchern ab. Es gibt auch Zimmer und wir zahlen wegen der schlimmsten WC-Befürchtungen auf ein eigenes Zimmer auf. Warum gibt es keine Dusche am Zimmer? Man soll hier oben nicht duschen, weil der Kreislauf dabei schlapp macht. Ach so, dann halt Katzenwäsche.
Nachdem die Wolken den mittlerweile 8.848 Meter großen Riesen verdecken, sehen wir uns erst zur Abwechslung wieder mal ein Kloster an. Es ist putzig klein und rundum von Yaks bevölkert. Gekochtes oder getrocknetes Yak-Fleisch gibt es hier übrigens gefühlt dreimal täglich. Es schmeckt nach einer Mischung aus zähem Schaf- und Rindfleisch. Ist aber recht gut. Die Besucher halten die zylinderförmigen Gebetsmühlen des Klosters am Laufen und man darf auch mit den Glocken läuten. Innen ist fotografieren immer verboten. Überwachungskameras überall wie immer in China. Goldene Buddha-Statuen wetteifern um die Blicke der wenigen anwesenden Buddh- und Touristen.
Dann begeben wir uns auf das Geröllfeld, von dem man die beste Aussicht auf den weißen Riesen haben soll – in der Hoffnung, dass er kurz einmal seinen Schleier lüftet und uns in sein Antlitz blicken lässt. Und wirklich: plötzlich, oder vielmehr: endlich sieht man den Gipfel, dann noch etwas mehr davon, dann den Gipfel nicht mehr, dafür aber den Rest und wieder umgekehrt, und so weiter und so fort. Die Mobiltelefone und Kameras glühen. Die meisten Fotos werden wohl wieder gelöscht werden. Wir stehen im Nieselregen und starren wie in Trance auf einen Berg. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht. Wir sind fasziniert und müssen andauernd grinsen. Das kann man wahrscheinlich nur nachvollziehen, wenn man selber live vor diesem Ungetüm steht. Vielleicht ist es aber auch die Höhenluft, die uns ein wenig gaga macht.







































Nach diesem faszinierenden Naturerlebnis gibt es ausgezeichneten Zitronentee mit Ingwer und Yak-Fleisch in der Berghütte, die wir uns mit einer internationalen Schar an Touristen teilen. Allein in unserer Reisegruppe mit 13 Personen befinden sich schon neun verschiedene Nationalitäten. In der steinernen Hütte dürften es noch einmal wesentlich mehr sein. Die Stimmung ist gut an diesem Abend. Schließlich hat sich der Aufwand, hier herauf zu kommen für alle gelohnt. Mittlerweile ist es auch recht kühl. Wurde einem vor dem Kloster bei Sonnenschein noch heiß in der dünnen Weste, ist es mittlerweile saukalt. Recht hat er, unser Tourguide: „Das Wetter wechselt sehr schnell hier oben“. Dazu kommt, dass die Hüttentür aus einem dicken Vorhang besteht. Braucht man schon nicht lüften.
Zum Frühstück gibt es verschiedene Teesorten und Omelette. In Tibet trinkt man Buttertea oder Sweetea. Beide sind ziemlich süß. Gut, dass wir gestern früh genug angekommen sind. Der Everest versteckt sich heute nämlich. Weiter geht es zur letzten Station in Tibet. Zur Kleinstadt Gyirong nahe der nepalesischen Grenze. Die Fahrt ist wieder malerisch und durchsetzt mit hinreißenden Bergsichtungen, Autounfällen, unbenützbaren WCs, Checkpoints und tollen Seen mit schimmerndem, tiefem Blau. Die Stadt selber dürfte ziemlich wenig frequentiert sein. Sogar unser Guide kauft Erinnerungs-T-Shirts von hier. Die Straßen sind kaum befahren und die Kinder spielen Fuß- und Federball auf der Kreuzung. Alle grüßen uns. Zur Abwechslung sehen wir uns ein kleines Kloster an. Ein letztes Mal gibt es das traditionelle tibetische Abendessen mit Folklore-Livemusik und Tanz.
