Nach dem kurzen „städtischen“ Leben rund um Phuket möchten wir die Inseln in der Nga Bucht erkunden und machen uns wieder auf den Weg. Die kurzen Distanzen erinnern an die kroatischen Inseln, daher erreichen wir viele der Inseln in einem halben Tag. Zunächst gehen wir auf Ko Mai Thon an eine Boje und stellen fest, dass dieser Ort durch die Nähe zu Phuket ziemlich frequentiert ist. Da wir erst am Nachmittag ankommen, kehrt aber allmählich Ruhe ein. Rund um uns herum schwimmen Quallen vorbei. Angeblich soll es hier auch die potentiell tödlichen Würfelquallen geben. Heuer gibt es wohl mehr Quallen als sonst, zum Teil verstopfen sie sogar die Seeventile. So ist unser Klo auch einmal verstopft. Es wird kein Seewasser mehr angesaugt. Da die Quallen weich sind, gelingt es Kerstin, die Qualle durch den Schlauch zu pumpen. Sie kommt püriert durch die Toilette. Neben Insekten und Schwalbennestern essen Chinesen praktischer Weise auch Quallen. Deshalb sieht man Fischer vor den größeren Stränden mit Mistgabeln die Quallen aus dem Wasser holen. Die Badetouristen danken es, die Chinesen genießen, die Fischer verdienen. Beim Schwimmen und Schnorcheln muss man trotzdem vorsichtig sein.
Unser nächstes Ziel ist der wohl berühmteste Strand in Thailand, der Maya Beach auf Ko Phi Phi Le. Der Film „The Beach“ mit Leonardo di Caprio aus dem Jahr 2000 wurde auf dieser Insel an dem wunderschönen einige hundert Meter langen Strand gedreht. Die kleine Insel wurde für den Film verändert. Bäume wurden mit Bulldozern ausradiert, der Strand vergrößert, Urwald gerodet und Palmen gepflanzt. Der Film hat Millionen von Touristen auf den Plan gerufen und entsprechend Geld ins Land gespült. Die Insel wurde kommerzialisiert. Irgendwann stieg die Besucherzahl auf unglaubliche 8.000 Personen pro Tag, sodass ein Naturschutzgebiet errichtet wurde, um die Besucherzahl auf 4.000 Personen pro Tag zu reduzieren, was aber nicht funktionierte. 2004 ist die Insel auch vom verheerenden Tsunami getroffen worden, der die Insel erstaunlicherweise vergrößert hat, indem er Sand auf die Insel brachte. Da die gesamte Flora auf Phi Phi in Mitleidenschaft gezogen wurde, die Korallen fast ausgestorben waren, hat man 2018 die Insel für fünf Jahre komplett gesperrt. Nun versucht man den Besucherstrom zu regulieren. Vom Maya Strand aus darf man nicht ins Wasser. So werden die Touristen auf kleinen Booten zuerst von einem Steg auf der Rückseite der Insel abgeladen, damit sie dort eine Stunde verbringen können; dann werden sie mit den ohrenbetäubend brüllenden Longtailbooten von der Wasserseite her in die Bucht gebracht. Dort darf dann geschnorchelt werden. Wir gehen vorsichtshalber nicht schwimmen, da man Gefahr läuft, von Longtail- oder Speedbooten über den Haufen gefahren zu werden. Die unzähligen Boote machen ein normales Gespräch an unserer Boje in der Bucht nahezu unmöglich. In der Nacht wird es allerdings friedlich. Die Natur und wir atmen durch. In aller Herrgottsfrühe kommen schon wieder die ersten Boote, sodass wir den Platz in Windeseile verlassen und zur Hauptinsel Ko Phi Phi Don fahren.
















Angeblich handelt es sich um eine der schönsten Inseln der Welt. Ankern geht nicht, alle Bojen belegt, Lärm durch Longtails. Das sind wir nach zwei Jahren im stillen Ozean nicht mehr gewohnt. In der ruhigeren nördlichsten Bucht finden wir doch noch eine Boje. So bleiben wir hier über Nacht, auch wenn das Wasser nicht zum Baden einlädt. Da wir schon auf ausgetretenen Pfaden unterwegs sind, fahren wir auch gleich noch an Ko Mai Thai vorbei, besser bekannt als Bamboo Island. Es sieht alles wunderschön aus hier. Und es ist sehr überlaufen.
Ko Pu ist dagegen fast menschenleer. Das ist eine willkommene Abwechslung. Mit dem Dinghi geht es an Land. Zu viert ist das Beiboot leicht am flachen Strand hinaufzuziehen. Zu zweit werden wir das wohl nicht schaffen. Unsere Räder hinten am Dinghi graben sich im Sand ein. Stege gibt es hier nicht. So muss man beim Anlanden am Strand auch auf brechende Wellen aufpassen. Angekommen freuen wir uns über den weichen Sand und auf etwas Bewegung. Kerstin bricht sich die kleine Zehe. Diesmal links. Trotzdem geht es über die Rocks zum gleichnamigen Lokal. Das Lokal „The Rock“ ist aus Strandgut gebaut. Entsprechend instabil wirkt die Hütte. Äußerst interessant ist auch die Einrichtung. Die Toilette lassen wir vorsichtshalber aus, gekühlt wird in einer Eis Box, der Wirt ist witzig, die Katze sauber, wohlgenährt und kuschelig. Der Hunger treibt uns weiter, aufgrund des kaputten Wassermachers müssen wir auch Trinkwasser einkaufen. Mit einem Tuk Tuk lassen wir uns zum Supermarkt kutschieren. Im dreirädrigen Fahrzeug mit Sonnendach haben wir vier, das Wasser und der Fahrer Platz. Geschäftstüchtig bringt uns der Fahrer zum Querverkauf auch noch gleich zu seinem Campingplatz, den wir uns ansehen müssen. Auch für Werbefotos dürfen wir herhalten.
Am nächsten Tag machen wir uns auf nach Ko Kai, auch genannt Chicken-Island, da der südliche Fels eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Huhn hat. Hinter der Kurve erwartet uns wieder eine Longtail-Flotte mit entsprechendem Geräuschpegel. Hier gibt es zwei Inseln, die während Niedrigwasser durch einen Strand verbunden sind. Da muss man natürlich drüber gehen. Wir beobachten das Schauspiel von einer Boje aus. Erst als alle Longtails verschwunden sind, gehen wir alleine über die Inseln. Die Ranger kassieren nicht einmal die fällige Gebühr von uns und sind damit beschäftigt, den im Sand verlorenen Schmuck der Touristen aufzuheben.
Sven und Kathja haben ihren Flug nach Indien zur Ayurveda-Kur gebucht und wir wollen nach Phuket zurück. So fahren wir nach Ray-Le in Krabi. Ein weiterer Hotspot mit tollen steilen Felsen und Sandstränden. Der Strand ist vor lauter Booten kaum auszumachen. An diesem vom Festland abgeschnittenen Platz gibt es eine Einkaufsstraße, Ressorts, Kletterer und Höhlen. Da keine Boje frei ist, ankern wir etwas weiter weg vom Trubel. Kathja und Sven kennen sich auf der Insel aus und führen uns zu den Höhlen. Die größte ist die Princess Cave, von allen aber nur die „Penishöhle“ genannt, da dort der Göttin einschlägige Holzschnitzereien geopfert werden. Werden es zu viele, werden sie im hinteren Teil der Höhle auf Halde gelegt. Kletterer üben an den felsigen Überhängen, der Strand ist zu voll zum Spazierengehen. Die Einkaufsstraße ist eine Zeile aus Hütten, die Souvenirs anbieten, Massagen und Happy-Mushroom-Shakes. Cannabis ist erlaubt und man kann es an jeder Ecke erwerben. Wir bleiben beim Bier und lassen diesmal die anderen torkeln.














































Schon ist der letzte Abend mit Kathja und Sven angebrochen. Die gemeinsame schöne Zeit ist im Nu verflogen und wir hoffen, dass wir uns bald wiedersehen. Am Morgen lassen wir die beiden in Krabi aussteigen und fahren direkt zur Yacht Haven Marina im Norden von Phuket.
Nun stehen einige Arbeiten an. Unser AIS Signal, das uns für andere Boote am Bildschirm sichtbar macht, erkennt unser Schiff plötzlich als fremdes Schiff und meldet daher ständig einen Kollisionskurs zu unserem eigenen Schiff. Damit können wir keinen AIS Alarm mehr einschalten, da es ständig piepst. Firma Ober aus Vorarlberg hilft uns wie immer rasch bei der Fehlersuche. Andere Segler wie zum Beispiel Robert von der Agapi oder Vicky und Florian von der Ibex haben das gleiche Problem. Das heißt es liegt wohl am Raymarine System und es ist bei uns nichts kaputt. Der Backbordmotor vibriert stark. Das Standgas muss neu eingestellt werden. Öl- und Filterwechsel stehen auf dem Programm.
Nachdem der Wassermacher nun drei Wochen bei einem „Experten“ zugebracht hat, funktioniert er weniger als vorher. Also zurück aufs Schiff damit. Es gibt aber auch Fortschritte. Die bestellte EPIRB-Batterie ist bereits in der Marina angekommen und wird ersetzt. Im Marina-Shop sieht Martin eine ähnliche Batterie wie unsere kaputte Starterbatterie und kann dort tatsächlich eine bestellen. Immerhin ist ein Punkt auf unserer Liste nach langer Sucherei abgehakt. Schön, dass wir Vicky und Florian von der Ibex wieder treffen. Zuletzt haben wir uns auf den Tuamotus getroffen. Natürlich gibt es viel zu erzählen. Sie werden ihr Schiff wegen der unsicheren Situation im Roten Meer mit dem Frachter nachhause schicken. Wir sind froh, dass wir uns mit der Weiterreise noch Zeit lassen können.
