Der Süden der Nordinsel von Neuseeland

Am Sonntag besuchen wir Theo. Wir haben uns das letze Mal vor 4 Jahren in Österreich gesehen und freuen uns auf das Treffen am Lake Tarawera. Der See liegt sehr idyllisch in der Nähe von Rotorua und ist ein Forellenparadies. Mit dem herzlichen Beisammensein verfliegt die Zeit im Nu, wir haben viel Spaß und tauschen uns über unsere gemeinsame Enkelin Linda und die letzten Jahre aus. Danke an Ingrid und Wayne, deren schönes Haus am See wir für unser Treffen bewohnen durften. Die Vögel zwitschern wunderschön und die Vegetation ist dicht und ganz anders als zuhause. Schwarze Schwäne bevölkern den schönen See.

Wir haben schon die Fähre auf die Südinsel gebucht. So machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Taupo mit dem gleichnamigen großen See. Die größte Attraktion ist hier der Huka Wasserfall. Es gibt eine kleine Brücke direkt über den Stromschnellen, die in einen Wasserfall von elf Meter Höhe münden. Das klingt nicht viel, allerdings strömen 220.000 Liter pro Sekunde durch den engen Kanal. Ein riesiges Getöse übertönt alles, die Farben sind leuchtend türkis mit weißen Gischtfontänen, sehr beeindruckend. Eine weitere Attraktion in der Nähe ist die Mondkraterlandschaft, die allerdings grün bewachsen ist. Ab und zu liegen ein paar dampfende Löcher am Weg. Hier ist der Boden heiß, sodass man über einen Holzsteg geht. Die Sträucher sind besonders hitzeresistent und gedeihen auch noch bei 40 bis 50° Celsius Bodentemperatur. Die Ticketverkäuferin erklärt den Namen des Parks damit, dass es hier früher wie auf dem Mond ausgesehen haben soll. Der Rundgang ist im Vergleich zu den bereits besuchten Attraktionen nicht besonders lohnend. 

Die Landschaften hier erinnern uns immer wieder an zuhause, vom Salzkammergut bis zum Mühl- über das Waldviertel. Der Weg zum Tongariro Nationalpark ist ein wenig wie Nevada. Die Straße heißt passender Weise „Desert Road“. Der Nationalpark wird im Winter als Skigebiet genutzt, ein paar weiße Bergkuppen sind zu sehen. Leider ist das Wetter nicht sehr schön, damit entfalten die Berge nicht ihre volle Schönheit. 

Unser nächstes Etappenziel ist Napier. Die Stadt wurde 1931 von einem schweren Erdbeben zerstört, sodass viele Gebäude im damals modernen Jugendstil wieder aufgebaut wurden. Wir fahren in herrlichen Landschaften Serpentinen auf und ab. Rundherum liegen viele Farmen mit Schafen und Kühen. Es grasen riesige Herden auf den Grashügeln. Für die Landwirtschaft eine gute Einnahmequelle. Rindfleisch aus Neuseeland ist begehrt. Die hohe Anzahl der gehaltenen Tiere führt allerdings bereits zu einer Beeinträchtigung des Grundwassers.

Je näher wir Napier kommen, desto mehr Weingärten säumen unseren Weg. Hier gibt es ein großes Anbaugebiet mit vielen Kellereien. Wir sind leider zu spät für eine Verkostung und schauen uns daher erst einmal die Stadt an. Die Gebäude halten dem Vergleich zu jenen in vielen europäischen Städten nicht ganz Stand. Aber nach Neuseeland kommt man nicht wegen alter Architektur. Wie auch zuvor suchen wir uns einen Parkplatz in der Stadt, wo Campervans über Nacht gratis parken dürfen. So fahren wir zu einer Stelle direkt an der Küste. Dabei spricht uns ein nettes neuseeländisches Paar an und sagt, dass hier nur 4 Camper auf entsprechend markierten Stellen stehen dürfen. Alle anderen werden mit umgerechnet 120 Euro gestraft. Der Parkplatz hundert Meter weiter hat kein Schild und dort darf man übernachten. Interessant. Danke an die netten Kiwis, die uns gewarnt haben. Da wir schon einmal in der Gegend sind, möchten wir natürlich auch ein Weingut besuchen. Mission Estate 1851 kommt uns als erstes unter. Auch hier waren Ordensbrüder die Vorreiter in Sachen Produktion alkoholhaltiger Getränke. Das Anwesen liegt auf einer Anhöhe. Die Größe der Weingärten ist gewaltig. Der Wein ist leistbar, gut und eine Verkostung ist unkompliziert. Besonders der Sauvignon Blanc hat es uns angetan. 

Nach der Verkostung brechen wir nach Wellington auf. Wellington liegt ganz im Süden der Nordinsel und damit als Hauptstadt relativ zentral. Die Einwohner reagieren ein wenig gekränkt, wenn man ihre Hauptstadt als „kleine“ Stadt bezeichnet. Sie hat etwa 200.000 Einwohner und ist damit wesentlich kleiner als Auckland mit 1,5 Millionen. Die Stadt selbst überrascht positiv. Die wenigen historischen Gebäude aus dem Ende des 19. Jahrhunderts harmonieren mit den Neubauten. Die Stadt ist lebendig mit vielen Cafés und Restaurants, liegt geschützt in einer natürlichen großen Bucht. Die Aussicht vom Mount Victoria zeigt eine Stadt, die gut in die Landschaft integriert ist. Morgen wartet die gebuchte Fähre nach Picton auf der Südinsel auf uns. Das Wetter soll gut sein. Wir sind gespannt.

Ein Kommentar

  1. Weckt tolle Erinnerungen, wir haben vor zehn Jahren auch für 6 Wochen unser Schiff verlassen und sind mit einem kleinen Camper gereist. Im Süden wird es nochmal kälter! Wir nahmen dann öfter eine cabin – mit Heizung und mehr Platz. Ein bißchen Luxus muß sein 🙂

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