Bora Bora

Jetzt sind wir da! Bora Bora ist der Inbegriff der Südseeträume. Deutschsprachige Menschen wissen spätestens seit Tony Marshalls Hit „Bora Bora“ von der Insel, „wo alle Menschen glücklich sind“. Aus der Vogelperspektive zeigt sich schon ein schönes Bild. Die Vulkaninsel in der Mitte mit sichtbarem Krater, rundherum ein Riff mit weißen Stränden, Palmen und Luxusresorts. Wer kennt diese Bilder nicht?

Wir legen am ersten Bojenfeld etwas außerhalb an. Es kommt auch sofort jemand zum Kassieren, 40 Dollar pro Tag für den Aufenthalt am Schiff – egal ob Boje oder nicht. Prinzipiell ist es eine gute Sache, Bojenfelder zu errichten. Leider kommt die Maßnahme um Jahrzehnte zu spät. Viele Korallen sind schon kaputt. Die Anzahl der Bojen ist viel zu gering, um alle Boote festmachen zu können, sodass manch einer in aller Früh aufbricht, um noch eine Boje zu ergattern oder dann doch einfach ankert.

Der Meeresgrund ist damit jetzt halbwegs geschützt, allerdings will man den Luxus-Gästen einiges bieten. Schnellboote und Jetskis düsen zwischen den Ankerliegern umher, ein Hubschrauber fliegt in Schleifen über die Insel und wohin die ganzen Abwässer der Resorts und der Orte hingehen, wollen wir gar nicht so genau wissen. Daher sind die riesigen Mantas nicht mehr in der gesamten Bucht zu finden, sondern nur an einer bestimmten Stelle. Zu der kommt man natürlich nur, wenn man den Ausflug dorthin bucht. Für viel Geld wird einem einiges geboten. An unserem ersten Platz sehen wir immer wieder Touristenboote, die dort kurz stoppen um Tiere anzufüttern. Das ist nicht unser Ding, weil damit das natürliche Verhalten der Tiere endet. Wir fahren hin, ohne zu füttern. An diesem Punkt gibt es einige Schwarzspitzenriffhaie und Stachelrochen. Sie schwimmen nicht weg wie üblich, sondern kommen her. Am zweiten Punkt wird von den Touristenbooten gerade gefüttert. Ein Guide schnappt sich einen Rochen am Maul und hält ihn fest, damit ihn alle streicheln können. Kein schöner Anblick. Tier- und Naturschutz hört hier beim Geldverdienen auf. Durch das Füttern suchen die Tiere nicht mehr selbst nach Futter und verlernen für sich selbst zu sorgen. Die Pandemie hat auch Tierleben auf dem Gewissen. Tauben auf dem Markusplatz in Venedig wie Fische in Bora Bora. Die Adlerrochen auf der anderen Seite des Motus finden sich auch meistens an der gleichen Stelle, wobei diese dort vermutlich einfach so häufig vorbeikommen.

Aber nichts desto trotz ist das Atoll sehr schön. Wir mieten uns für einen Tag ein Auto, ein halber hätte auch gereicht bei der Größe der Insel, die zirka 30 Quadratkilometer beträgt. Der Strandzugang ist beschränkt, aber es gibt einen schönen weißen Sandstrand auf der Hauptinsel, wo wir uns in eine Strandbar setzen und Hannah und Elias ins Meer stürmen. Und tatsächlich kommt ein kleiner Mantarochen zu ihnen geschwommen. In den fünf Wochen haben unsere begeisterten Gäste nun bereits viele größere Tiere von Walen über Haie, Delfine und Rochen beobachten können.

Es gibt ein winziges Schifffahrtsmuseum mit kleinen Schiffsmodellen, wo unter anderem auch die Modelle der Kon Tiki, der Endeavour von Cook und der Bounty von Bligh ausgestellt sind, die diese Gewässer befahren haben. 

In der Nähe einer der beiden möglichen Ankerplätze im Atoll schauen wir uns an, wie Pareos hergestellt werden. Elias und Hannah dürfen jeder einen selber gestalten, ganz nach ihrer eigenen Fantasie. Sie sind wirklich schön geworden. 

Einige Relikte aus der Zeit vor den Franzosen sind auch vorhanden, allerdings sind die größten Attraktionen die verrotteten Kanonen der Amerikaner aus dem zweiten Weltkrieg. Sie werden gerne wegen ihrer Aussicht besucht. Beschildert ist hier nichts, in einem Kommentar auf Google Maps erfahren wir, dass wir den Tsunami Fluchtweg Nummer 2 hinaufgehen sollen. Das geht ganz schön steil rauf, es lohnt sich aber wegen der Aussicht auf die Westseite des Atolls. Die Amerikaner haben nach dem Angriff auf Pearl Harbour einen Stützpunkt im Pazifik gesucht und sind mit mehr als 4.000 Soldaten auf die Insel gekommen. Sie haben dann auch eine Infrastruktur mit Häfen, Energieversorgung, Flughafen und Straßen geschaffen, was wiederum als gute Grundlage für den kommenden Tourismus gedient hat. Die Amerikaner gehören nach wie vor zu einer der größten Touristengruppen hier. Vermutlich ist der Hauptunterschied zu den anderen Gesellschaftsinseln der, dass die anderen weniger bekannt sind und die Infrastruktur dort später errichtet wurde.


Kurzvideo Schnorcheln in Bora Bora

Zu einem der Must-sees gehört das Restaurant „Bloody Mary´s“. Dort bekommen wir eine Boje direkt in der Nähe des Lokals. Wir reservieren einen Tisch, genießen aber schon vorher das schöne Ambiente. Am Eingang stehen Tafeln mit Berühmtheiten, die bereits hier waren. Man könnte glatt glauben, dass man keine Karriere machen kann, wenn man nicht hier gewesen ist. Von Denzel Washington, Johnny Depp, Danny de Vito über Buzz Aldrin bis hin zu Bill Gates und Warren Buffet kann man alle auf der Tafel finden. Wie gut, dass es hier die Happy Hour gibt. So werden die Getränke zumindest am Anfang etwas günstiger. Es gibt zwei zum Preis von einem. Das gilt auch für einen 1,5 Liter großen Bierkrug. Mojito und natürlich Bloody Mary. Essen sucht man sich an einem Beispieltisch aus, wo der Kellner den Gästen das Menü in natura auf Tellern zeigt. Dann kann er für drei Tische gleichzeitig die Bestellung aufnehmen und muss nicht im Lokal herumlaufen. Hier wird fleißig gearbeitet, das Essen ist sehr gut, dafür noch teurer als befürchtet. Ab jetzt gehen wir auswärts nur noch zu Roulottes essen. Das sind Imbisswägen für schmale Geldbeutel mit rustikalem Charme und gutem Essen. 

Meistens essen wir auf dem Boot. Da alle gerne Sushi mögen, gibt es bei uns häufig Sashimi, also rohen Fisch ohne Reis, aber auch Maki und Nigiri mit Reis. Thunfisch ist hier sensationell frisch und günstig.

Es regnet praktisch jeden Tag, nachts mehr als tagsüber. Aber man wird doch immer wieder nass. Am Strand machen wir deshalb nur ein kleines Feuer zum Grillen von Marshmallows. Ein Hit bei den Kindern. Der Strandabschnitt, den wir dafür aussuchen, ist bis auf zwei herrenlose hungrige Hunde und leider auch jeder Menge Moskitos komplett leer. Der Sand ist vom allerfeinsten. Hier nimmt Hannah ihr Kids-Workout für ihren neuen Youtube-Kanal auf. Wir sind begeistert. Hannah trainiert mehrfach am Tag von sich aus. Beide Kinder hüpfen mit einer Begeisterung vom Bug aus ins Wasser, lassen sich zur Leiter treiben und starten von vorne. Ein Salto mit halber Schraube gelingt Elias ausgezeichnet, Schwimmen und Schnorcheln gehören zur Tagesordnung.


Kurzvideo Bora Bora

Leider verfliegt die Zeit wie im Flug, sodass wir Daniela, Christoph, Hannah und Elias verabschieden müssen. Auf ihrer letzten Fahrt mit Infinity sehen wir dann auch noch eine Delfinschule. Das rundet das gemeinsame tolle Erlebnis noch ab. Mit viel Wehmut, aber auch Vorfreude auf ein Wiedersehen zu Weihnachten, winken wir der Fähre von Air Tahiti nach, die sie zum Flughafen bringt. Eine schöne, bunte, abwechslungsreiche und familiäre Zeit ist vorbei. Danke an die Vier für den netten Besuch.


Kurzvideo Kid’s Workout mit youtube Star Hannah

Wir erledigen noch letzte Einkäufe, klarieren bei der Gendarmerie aus Französisch Polynesien aus und treffen dort die Amerikaner, die wir auf Tahaa beim Pfarrfest kennengelernt haben. Auch die Reiter von Moorea treffen wir am Tag ihrer Heimreise. Sie haben das volle Programm absolviert inklusive Hubschrauberrundflug, Katamaran-Charter, Tauchen und Luxusresorts. Der Vater erklärt, dass sie dringend nachhause müssen, da er jetzt wieder Geld verdienen muss. 

Für uns heißt es nach wesentlich preisgünstigeren fünf Monaten ebenfalls langsam Abschiednehmen aus Französisch-Polynesien. Morgen ist der Pass auf Maupiti befahrbar, daher machen wir uns auf den Weg zur kleinen Schwester von Bora Bora. 

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