Guadeoloupe über und unter Wasser

Guadeloupe hat viele Ähnlichkeiten mit Südfrankreich. Nicht nur die mangelnden Fremdsprachenkenntnisse der Einheimischen, sondern auch die Szenerie, Gastronomie erinnert an das Mutterland mit einer karibischen Färbung.

Das erklärte Ziel sämtlicher Taucher auf Guadeloupe ist Pigeon Islands. Dort hat Cousteau seinerzeit an einem U-Boot gebastelt, mit dem man tief tauchen kann. Aber wie so oft funktioniert sowas nicht so einfach und das Warten auf Ersatzteile gab es auch schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Er hat diese Wartezeit genutzt um die Unterwasserwelt in der Bucht und um die Insel zu erkunden. Da es ihm so gut gefallen hat, hat er empfohlen, dort ein Naturreservat zu errichten. Das hat zur Folge, dass wir auch jetzt noch Korallen, eine große Fischvielfalt und bewachsene Wracks bewundern können. Ohne Tauchen zu müssen sieht man in der Ankerbucht viele große Schildkröten, die unter den Booten die Seewiesen abgrasen und sich von den Yachties nicht irritieren lassen. Uns erstaunt, dass man in diesem Naturparadies keine Festmacher-Bojen zum Schutz der Unterwasserwelt errichtet hat. Somit ankern und ackern viele Anker quer durch die Seegras-Wiesen. Wir fahren unseren Anker mit 2000 Umdrehungen im Sand ein und der bewegt sich keinen Millimeter. Wie so oft schwoijen die Boote vor Anker munter vor sich hin, jedes in seine eigenen Richtung. Damit entsteht zwischendurch die eine oder andere interessante Situation. Peter und Isabel liegen relativ weit vorne, wo viele andere auch hinwollen. Auf etwaige Hinweise empfehlen die Franzosen Beruhigungspillen, sie haben scheinbar alles im Griff. Man hat so lange alles im Griff, bis man es nicht mehr im Griff hat. Ein selbsternannter Ankerexperte rammt in der Nacht bei Winddrehern ein Nachbarschiff gleich zweimal. Zwischendurch ist der Verursacher völlig entspannt wieder schlafen gegangen. Diejenigen, die unsere Warnungen ernst genommen haben, ankern relativ schnell um. Als dann an einem späten Abend der Wind auffrischt bis zu 40 Knoten, trennt sich die Spreu vom Weizen. In Bezug auf unseren eigenen Anker sind wir entspannt, denn diesen wird hier kein Sturm ausbrechen – da sind wir uns sicher. Lichter auf den umliegenden Booten gehen an. Die vorschnell lässigen „Profis“ werden aktiv. Links und rechts von uns driften Schiffe in Richtung offene See, da die Anker nicht richtig eingefahren wurden. Wir wecken die Nachbarlieger, deren Schiff an uns vorbeidriftet. Mit Fendern bewaffnet können wir Schäden an unserem Schiff vermeiden, da das Nachbarschiff, mit dem Ankeraufmanöver beschäftigt, um unser Schiff tanzt und es auch touchiert. Der Nachbarkatamaran auf der anderen Seite, keine 30 Meter von uns entfernt, findet dann auch, dass sie etwas knapp an uns geankert haben und entfernt sich unfallfrei vom Ankerplatz.

Der nächste Tag bereitet uns ein wundervolles Erlebnis. Eine Gruppe von 9 Delfinen mit Jungtieren kommt in die Bucht geschwommen und spielt Fangen mit den heranschwimmenden Schnorchlern. Dazu schwimmen sie rund um die Boote, dann Richtung Buchtausgang, um dann für die langsameren Schwimmer wieder zurückzukommen. Martin kann das Ganze aus der Nähe filmisch festhalten. Kerstin steckt nur den Kopf ins Wasser. Dabei kommen die Delfine glatt unter dem Nachbarboot hervor und tauchen knapp an ihr vorbei. Dort scheinen sie sich generell sehr wohl zu fühlen, denn auch die Tage danach kann man sie in kleineren Gruppen dort antreffen. 


Schnorcheln mit Delphin Babys

Da Taxifahren auf der Insel pro Stunde gefühlt so teuer ist wie eine Monatsleasingrate für einen Ferrari, fahren wir noch mal mit einem Mietwagen über die Insel. Dabei besuchen wir einen wunderschönen Wasserfall im Regenwald und einen botanischen Garten und schauen uns eine Zuckerrohrplantage an. Dabei erfahren wir endlich alles über die Rumproduktion. Die Zuckerrohrproduktion ist einfach und billig. Der gehört zu den Bambusgewächsen, wuchert daher regelrecht. Aus dem Mittelteil des Gewächses wird der Saft gewonnen für die Rumproduktion, die unteren Stängel verbleiben am Boden. Aus denen wuchert dann wieder das Zuckerrohr, der obere Teil wird als Dünger verwendet. Die Reste des Zuckerrohrs, aus denen der Saft gepresst wird, endet als Heizmaterial für Erhitzung des Wassers zur Destillation mit einer echten Dampfmaschine. Die längste Prozedur ist das Fermentieren, wobei die Substanz dazu, wie könnte es auch anders sein, direkt auf dem Zuckerrohr wächst. Nachdem wir nun genau wissen, was wir trinken, verkosten wir den einen oder anderen Rum, kaufen aber lieber Punsch, da unsere gesammelten Rumsorten allmählich den Lagerplatz sprengen. Jetzt wird ausklariert. Weiter geht es nach Sint Maarten, in den niederländischen Teil von St. Martin. Damit steht uns seit längerem mal wieder eine komplette Nachtfahrt bevor. Der Wetterbericht verspricht traumhaftes Segelwetter. So starten wir fast zeitgleich mit Isabel und Peter in eine Rauschefahrt über 140 Seemeilen.

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