Von Koh Butang ist es nur ein Katzensprung nach Koh Lipe. Da wir in Phuket schon ausklariert haben, sollten wir hier besser nicht kontrolliert werden, da Koh Lipe noch zu Thailand gehört. Die Ranger des Nationalparks fragen uns glücklicherweise nicht nach der sonst fälligen Gebühr, die hier relativ teuer ist. Wo wir Mitzi anlanden, ist gleichzeitig die Zollstelle für die Einreise aus Langkawi. Wir bleiben vollkommen unbehelligt. Von der Insel sind wir begeistert. Praktisch über Nacht sind die Quallen verschwunden und das Wasser ist klar.
Koh Lipe kommt uns vor wie die kleinere Schwester von Koh Phi Phi Don. Es gibt Party, junge Leute, aber auch ein paar einsame Strände. Dazu gibt es Affenhitze, die Temperaturen steigen auf fast 40° Celsius. Ohne Ventilator geht man ein. So verbringen wir die meiste Zeit in Poolnähe beziehungsweise in Cafés mit Klimaanlage. Wir lassen uns noch einmal kulinarisch und mit Massage verwöhnen, dann heißt es ab nach Malaysien.
Auf dem steuerfreien Langkawi landen wir in der Bucht von Telaga. Dort kann man einklarieren. Normalerweise findet sich alles vor Ort, aber es sind nun die Fastenbrechen-Feiertage nach dem Ramadan. Die überwiegend muslimische Bevölkerung feiert. Damit gibt es überall nur eingeschränkten Betrieb. Lediglich die geschäftstüchtigen Chinesen haben ihre Läden geöffnet. Anstatt Stunden auf das Einklarieren in Telaga zu warten, fahren wir gleich in die Hauptstadt Kuah. Dort läuft alles problemlos. In Malaysien kann man nach der Einreise drei Monate bleiben, für zwei Tage ausreisen und wieder für drei Monate bleiben. Das geht beliebig oft. Wir nutzen den Tag gleich für eine der Attraktionen der Insel. Man kann mit der steilsten Gondelbahn der Welt einen Berg rauffahren. Die Seilbahnanlage von Doppelmayr aus Österreich und die Schweizer Gondeln stiften Vertrauen, allerdings wird uns gesagt, dass die Wartung aus Kostengründen nur mehr von Einheimischen gemacht wird. Am Fuße der Bahn kann man in unzähligen Ramschläden Billigware als Souvenir erwerben und schlecht essen. Das nennt sich Oriental Village. Das netteste dort sind die Affen, die sehr nahekommen. Von oben hat man einen wunderschönen Rundumblick. Dazu gibt es dort eine weitere Attraktion: die längste gewundene frei tragende Brücke der Welt.
Telaga hat außer einer Marina mit Tankstelle nicht viel zu bieten. Das Luxus-Ressort ist mangels passender Garderobe nichts für uns. Die Ankerbucht selber ist ziemlich flach und voll mit alten Yachten und Yachties, die hier so etwas wie einen Alterswohnsitz zu haben scheinen. An unserem Heck ragt was Blaues heraus. Im trüben Wasser kann man keinen halben Meter sehen. An steuerbord hängt eine dicke Leine im Propeller. Glücklicherweise lässt sie sich leicht entfernen. Robert, den wir in Nai Harn kennengelernt haben, liegt direkt hinter uns. So verabreden wir uns für den Abend zum Essen auf der künstlichen Insel „Paradise 101“. Ein Tagesausflugstreffpunkt mit vielen Wassersportmöglichen. Die Insel ist beinahe verlassen. Der Koch arbeitet aber doch.















In der Marina kann man ein Auto mieten. Mit langer Einkaufsliste bewaffnet arbeiten wir uns durch die Geschäfte von Langkawi und finden dabei die eine oder andere Überraschung. Ein traumhaftes Geschäft ist „Gans“, ein chinesischer Baumarkt mit Marina-Bedarf. Werkzeuge, die wir im gesamten Pazifik nicht gesehen haben, sind von drei verschiedenen Marken erhältlich. Tatsächlich finden wir sogar in einem Außenbezirk von Kuah einen chinesischen Schlüsseldienst, der passende Rohlinge für unser Türschloss hat. Wir lassen gleich drei machen, da sie schnell rosten. Direkt um die Ecke gibt es einen Getränkegroßhandel, der uns empfohlen wurde. Je weiter man in den Hallen vordringt, desto interessanter wird es. Alle möglichen Bier- und Weinsorten bis zur Hallendecke gestapelt. Whisky, Rum, Gin, Tequila und so weiter in verschiedenen Preisklassen. Die Preise sind sensationell, man zahlt ja hier weder Steuer noch Zoll. Daher stocken wir unsere Vorräte für die Überquerung des indischen Ozeans bis Südafrika auf. Unterwegs treffen wir das tschechische Paar Veronika und David, das mit ihrem umgebauten VW-Bus durch Europa und Asien bis nach Langkawi gereist ist. Am Abend tauschen wir kurzweilige Geschichten unserer so unterschiedlichen Reisen aus.
An Bord zurück probiert Martin die neuen Schlüssel aus. Nur einer der drei funktioniert. Da müssen wir wohl nochmal hin. Jetzt verlegen wir uns erstmal in die Marina der Insel Rebak, die auch der Sommersitz von Infinity wird. Anfang Mai wird sie dort ausgekrant und kommt aufs Trockene. Einige Pakete für uns lagern in der Marina wie zum Beispiel der Wassermacher. Martin macht sich gleich ans Werk. Der Wassermacher ist spärlich verpackt und der Karton hat auf der Rückseite ein großes Loch. Vier wichtige Schrauben für den Wassermacher haben die Spanier gleich gar nicht wieder zurückgeschickt. Zusammengebaut ist er auch nicht vollständig. Die Hochdruckpumpe funktioniert wieder aber er ist nun am Durchflussmesser undicht. Das ist neu. Überlegt euch gut, ob ihr Ecosistems Wassermacher kaufen wollt. Das weltweite Wartungsnetz ist nicht vorhanden und der Service lässt sehr zu wünschen übrig. Wie gut, dass unsere neue Kaffeemaschine ohne Loch in der Verpackung angekommen ist. Das Mahlwerk des Vollautomaten schnurrt wie ein Kätzchen, aber es kommt kein Kaffee raus. Martin baut das nagelneue Gerät auseinander und findet eine winzige Plastikfolie, die die Impellerpumpe verstopft. Nach der Entfernung der Folie kommt sogar Kaffee aus der Maschine, der noch dazu gut schmeckt. Jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu viel von dem schwarzen Stoff trinken.



















































Für Abkühlung ist in Rebak gesorgt. Der Pool ist groß, um fünf Uhr beginnt die Happy Hour. Das fühlt sich fast an wie richtiger Feierabend, weil der Arbeitsplatz Boot vom Freizeitbereich räumlich getrennt ist. Unsere kleine Klimaanlage läuft 24 Stunden täglich mit mäßigem Erfolg, zumindest in der Nacht ist es kühl genug um gut zu schlafen. Unser letzter Gast der Saison, Ben aus Neuseeland, startet bei uns seine Backpackerreise durch Asien. Auch in der Rebak Marina kann man günstig ein Auto ausborgen. Es steht wieder mal Ersatzteilrallye und Schlüsseldienst die zweite an. Auch nach der Überarbeitung der Schlüssel funktionieren sie nicht. Dann eben nochmal. Den Antifouling-Anstrich für den Herbst kaufen wir auch gleich ein. Zum Auskühlen am Tag setzen wir uns in die mit Klimaanlage an die Frostgrenze gekühlten Starbucks. Bevor wir auf das kleine Paradies Rebak zurückkehren, genießen wir den Sonnenuntergang im Tapaz. Ein Restaurant direkt am Steg von Chenang, dessen Besitzer ein Österreicher ist und dessen Küche nicht umsonst von allen gelobt wird.
Mit unserem hilfreichen Crew-Mitglied Ben starten wir unsere Langkawi Rundreise. Mangels Wind starten wir den Motor. Unser erstes Ziel ist Dayang Bunting Marble, ein UNESCO Geopark mit Süßwassersee auf der Insel. Auf dem Weg zum See findet sich einiges an Unrat. Am See hält man Kanus und Tretboote bereit. Die Schwimmer sind mit Schwimmwesten unterwegs. Viele Asiaten lernen nämlich nicht schwimmen. Leider finden sich im malerischen ovalen kleinen See auch Teile von Schwimmstegen und Wracks von kleinen Booten. Am Rand werden sogar ausgediente Bleisäure-Batterien und Solarpanele gelagert. Wenn die UNESCO das wüsste…

























Vom ruhigen Ankerplatz verlegen wir uns in die Marina Royal Yacht Club in Kuah. Von dort ist es zum Schlüsselmacher nicht weit. Dieses Mal macht er zwei neue Schlüssel. Von den fünfen, die er gemacht hat, funktionieren nun drei. Drei haben wir auch gezahlt – also belassen wir es dabei. Nach einem Abendessen mit Hermann, der ebenfalls sein Boot in Langkawi für den Sommer parken wird geht es für uns in den Nordosten. Wir schnappen uns eine Boje mitten im engen Flusslauf und sind in der Nacht alleingelassen und fasziniert von den Geräuschen des dichten Dschungels rund um uns. Es handelt sich um einen Geopark mit Mangroven, Dschungel, Affen, Fischzucht und Weißbauchadlern. Ein toller mystischer Ort. Mit dem Beiboot schlängeln wir uns durch die mangrovenbewachsenen Flussläufe und durch Höhlen. Von Zeit zu Zeit bestaunen wir die majestätisch über uns schwebenden gewaltigen Adler. Zurecht sind es die Wappentiere Langkawis.
