Bangkok 2 und Herrenbesuch in Phuket

Bei großer Hitze und Smog-Alarm suchen wir uns in Bangkok ein Plätzchen mit Klimaanlage und besuchen ausnahmsweise eine Shopping-Mall. Im Terminal 21 sind die einzelnen Stockwerke nach Städten dekoriert. So finden sich hier nicht nur London, Paris, Peking und Tokio, sondern auch San Francisco mit der Golden Gate Bridge. Am Abend machen wir eine Sunset-Dinner Bootsfahrt auf dem Chao Phraya River. Ist recht schön und gehört praktisch zum Pflichtprogramm für jeden Touristen. Für den späteren Abend suchen wir uns wieder eine Rooftop Bar. Dieses Mal finden wir eine günstige Bar auf einem niedrigeren Gebäude, die Vanilla Moon Bar. Dank Smog schimmert der Himmel Vanille-farben, durch die flacheren umgebenden Gebäude haben wir freie Sicht über die Stadt, auch auf den State Tower. Nach wie vor gibt es Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest, sodass wir nicht nur einige Feuerwerke sehen, sondern auch eine riesige Drohnenshow, die jedes Feuerwerk in den Schatten stellt. Unglaublich, wie tausende Drohnen choreografiert werden. Damit dürften die weiteren Jahre der Feuerwerke gezählt sein. 

Kultur darf natürlich nicht fehlen. Wir machen einen Ausflug in die ehemalige Hauptstadt von Thailand beziehungsweise Siam. Ayutthaya wurde im 19. Jahrhundert angegriffen und nahezu zerstört. Die Ruinen gehören nun zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir sehen Tempel und noch mehr Tempel. Buddhas in allen Größen, mit und ohne Gold, sitzend, liegend oder im Baum eingewachsen. Sehr interessant, aber jetzt ist es auch einmal gut mit Großstadt, Tempeln und Buddhas. Es geht zurück auf die Insel Phuket.

Unser erster Stopp zurück zur Yacht Haven Marina führt uns zu den Koh Khai Inseln. Die südliche der beiden Inseln Koh Khai Nok ist vor lauter Booten kaum zu sehen und von einem Schwarm lärmender Jetskis umgeben. Wir biegen auf die nördliche Insel Koh Khai Nui ab. Dort gibt es eine freie Boje und ein paar Schnorchler, die verzeichnete Bar existiert nicht mehr und wir blicken beim Sonnenuntergang auf eine kleine einsame Felswand. Zum Sundowner sind wir völlig allein. So ist es schöner. 

Tags darauf segeln wir unter Bluewaterrunner nach Koh Yao Yai. Dort ankern wir direkt vor dem Resort mit Schwimmsteg und dürfen im Resort gratis den riesigen Pool mit Wasserfall mitbenutzen. Da es momentan sehr viele Quallen im Meer gibt, ist so ein gemütliches Bad mit einem Bierchen und Sonnenliegen am Pool genau das richtige. Einen kurzen Strandspaziergang durch feinen Sand, ein Sonnenuntergang mit Sicht auf Infinity. Einmal seufzen und sich glücklich schätzen, dass wir hier sein dürfen. 

In der Marina angekommen, ruft die Arbeit. Erst mal Boot aufräumen. Nach dem Motto „alles muss man selber machen … lassen“ wird Infinity mit Hilfe von Pip und Dean wieder auf Hochglanz poliert. Die dritte Kabine wird ausgeräumt, damit unsere nächsten Gäste Platz haben. Wie bei Tetris schaffen wir es, die Kisten aus der linken vorderen Kabine wegzuschaffen. Hoffentlich brauchen wir keine Ersatzteile oder Werkzeuge. Die sind jetzt ganz unten. Zum Duschen und Abwaschen füllen wir Brauchwasser in unseren Tank. Trinkwasser müssen wir abfüllen. Da alle zur Not auch Bier trinken, machen wir uns keine Sorgen. Das müssen wir allerdings erst kaufen. So bringt uns Dean zum Supermarkt, wartet geduldig auf uns und wir stürzen uns ins Getümmel. Drei Einkaufswägen voller Lebensmittel später müssen wir feststellen, dass in Thailand zwischen 14 und 17 Uhr kein Alkohol verkauft werden darf. Daher warten wir bei einem Kaffee auf 17 Uhr. Dean hilft uns beim Einräumen ins Auto und auch beim Ausladen auf das Boot. Jetzt sind wir perfekt verproviantiert. Unser Obstnetz platzt. Da kommen sogar die Schiffsnachbarn zum Fotografieren, um die farbenfrohen Vitaminspender für die Ewigkeit festzuhalten. Jetzt sind wir bereit und freuen uns schon auf den Herrenbesuch aus Österreich.

Vier Freunde und ehemalige Arbeitskollegen treffen ein. Christian, Eric, Gerald und Joe „entern“ Infinity. Gerald bietet an, draußen zu schlafen. Die vordere Kabine ist für zwei ausgewachsene Männer eher kuschelig und bei diesem Wetter auch ziemlich heiß. Wir stoßen mit eiskaltem Sangria an und erzählen von den letzten vier Jahren. Es gibt sogar eine Bescherung. Von zuhause haben sie uns Ersatzteile und Geschenke mitgebracht, unter anderem eine Linzertorte, Poloshirts, Kapperl, Schnaps und Mannerschnitten. Der Mühlviertler Speck hat es leider nicht bis Thailand geschafft, da auf den Import in Thailand Gefängnisstrafe steht. Es gibt zwar in Thailand vieles, aber eben doch nicht alles. Wie immer hat Gerald alles perfekt organisiert und als Meisterchronist und Sammler mit der verrücktesten Homepage der Welt behält er den Überblick über die Gruppenfotos, Sehenswürdigkeiten, Hard Rock Cafes und so weiter.

Nach einer Abkühlung im Marina Pool und Abendessen legen wir am nächsten Morgen ab zu unserem 7-Tages-Törn. In Ko Hong legen wir den ersten Stopp ein, dort werden wir mit Kanus durch eine Höhle gefahren, Motoren sind nicht erlaubt, die Strände sind klein aber fein. Jetzt ist fast Niedrigwasser, somit ist auch die kleine Höhle problemlos anzuschauen. Bei Hochwasser ist sie fast komplett unter Wasser. Als nächstes wollen wir den James-Bond-Felsen Ko Ta Pu anschauen. Der liegt vor einem Naturschutzgebiet der Insel Ko Phing Kan. Geankert wird vor Ko Yang, wobei wir uns hier nicht auf Seekarten verlassen können. Jetzt hat unsere Mitzi ihren großen Auftritt. Fünf erwachsene Männer und eine starke Frau steigen ein, was zu den gefährlichsten Aktionen an Bord gehört. Alles wackelt, die Leinen kommen unter Spannung und an die Bewegungen muss man sich erst einmal gewöhnen. Unfreiwillig baden gehen gehört dabei noch zu den glimpflichsten Fehltritten. 

1974 wurde hier James Bond „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gedreht. Zum 50-jährigen Jubiläum haben Touristen Spielzeugwaffen mitgebracht, um damit auf Fotos zu posieren. Diese Gelegenheit lässt sich Gerald nach unseren Pflichtfotos nicht nehmen. Die Insel ist schön und sehenswert aber wie alle Hotspots touristisch sehr frequentiert. Die ersten Sonnenbrände machen sich bei unseren Gästen breit, die Temperaturen machen riesigen Durst, alles geht ein bisschen langsamer. So geht segeln. Wer keine Angst vor Quallen hat, hüpft zum Abkühlen ins Meer, welches über 30 Grad Celsius warm ist und damit eher einem Thermalbad ähnelt. Der erste Abend vor Anker liefert, was von ihm erwartet wird. Ein wundervoller Sonnenuntergang an einem ruhigen Plätzchen, Sundowner, Thunfischsteaks und ausgelassene Stimmung. So soll es sein. 

Am nächsten Morgen geht es zuerst zur Höhle auf Ko Lao Bile, danach zum Rai Leh Beach bei Krabi. Beim Einsteigen ins Dinghi kommt eine hohe Welle durch ein vorbeifahrendes Motorboot und reißt am Haken der vorderen Davitsleine. Der Haken aus französischem Edelstahl biegt sich auf und die Leine am Dinghi schnalzt mit Schwung auf den Fuß von Gerald. Sofort bildet sich eine Beule und die geliebten FC Bayern Schlapfen drücken jetzt auf die Beule. Christian bietet sofort seine Flipflops zum temporären Tausch an. Mit eiskaltem Bier und Eiswürfeln auf den hochgelegten Fuß wird die kleine Strandwanderung zum Nachbarstrand möglich. Dort ist nämlich die Princess Höhle mit ihren Fruchtbarkeitssymbolen. Dazu kommen ungetrübter Strandgenuss, Massage, ein gutes Essen und ein spektakulärer Sonnenuntergang am Strand. Die im Geschäft neu erworbenen Flipflops von Gerald sollen den Urlaub wieder unbeschwert machen. Wenn jetzt auch noch Wind zum Segeln wäre, wäre es schon fast kitschig. Wir lichten den Anker immer möglichst früh um noch ein bisschen von den thermischen Winden zu profitieren. Dadurch kommen wir auch in den Genuss der tollen Sonnenaufgänge. Martin sitzt ununterbrochen am Steuerstand um den vielen Fischerbojen auszuweichen, Eric als erfahrener Segler steht immer zur Seite.

26 Seemeilen und knapp 6 Stunden später kommen wir auf Ko Lanta am Khlong Dao Beach an. Der Anker fällt in 4 Metern Wassertiefe in den Sand und unser nächster Dinghiausflug ist nach einiger Übung schon fast elegant. Leider ist der Strand so flach und breit, dass wir Mitzi bei Niedrigwasser ziemlich weit den Strand raufschleppen müssen. Der feinste Sand, die schöne Umgebung und eine gute Massage mit Aloe Vera gegen Sonnenbrand, wieder kombiniert mit einem Vorzeigesonnenuntergang machen den Tag zu einem Erlebnis. Durch das tägliche von Herzen kommende „danke“ unserer Gäste für einen weiteren „unvergesslichen Tag“ kommen wir ins Nachdenken und erkennen, wie schön wir es haben. Denn für uns war es wieder ein ganz normaler Tag. Danke dafür.

Der nächste Programmpunkt ist Natur pur. Ko Rok gehört zu einem Nationalpark und nach der Feriensaison und Ende der Feiern zum chinesischen neuen Jahr ist das Bojenfeld zwischen den beiden kleinen Inseln fast leer. So kann man in Ruhe schnorcheln ohne Gefahr zu laufen, von Schnellbooten skalpiert zu werden. Die Vielfalt der Fische, Anemonen und Korallen sind immer wieder schön anzusehen. Ko Rok Yai hat einen langen Steg, an dem wir mit dem Beiboot festmachen Die Warane der Insel begrüßen uns programmgemäß am Strand. Unsere Spitzensportler Joe als Schwimmweltmeister und Christian als Tour-de-France-Sieger wagen den Inselrundweg mit hohen Stufen und ebensolchen Steigungen. Da kommt man bei 30 Grad ins Schwitzen. Wie gut, dass es am Strand einen Iced Cappucino gibt. 


Kurzfilm: Schnorcheln in Koh Rok Nok

Kurzfilm: Schnorcheln in Koh Ha Yai

Wieder Richtung Phuket stoppen wir auf Ko Ha Yai und angeln uns eine Boje direkt bei einem Schnorchelplatz, der auch bei Tauchern beliebt ist. Aufgrund der Quallendichte verzichtet der eine oder andere auf das Badevergnügen. Da dies unser zweiter Stopp auf der Insel ist, wissen wir nun, dass an dieser Boje hoher Schwell in der Nacht folgen wird. Daher verlegen wir uns an ein ruhigeres Plätzchen auf der Westseite, welches noch dazu den perfekten Blick in den Sonnenuntergang bietet.

Nach zwei Tagen Natur wird es wieder Zeit für Trubel. Joe hat Geburtstag und der will gefeiert werden. So segeln wir wieder früh morgens los, um in Ko Phi Phi Leh den Maya Beach anzuschauen. Auch hier ist es außerhalb der Ferien deutlich ruhiger. Es wurlt aber noch genug und so setzen wir unseren Weg nach Ko Phi Phi Don fort. Dort gibt es ein „Schwimmdock“ um Wasser zu tanken, das bei sechs Personen mit Kochen, Duschen und Abwaschen allmählich zur Neige geht. Das Schwimmdock schwimmt ein wenig vom Strand entfernt, damit man auch bei Niedrigwasser tanken kann. Unsere Deckhand Eric springt elegant auf den schwankenden schwarzen Schwimmsteg. Dann hüpft er wie Rumpelstilzchen über den Steg, um vorbildlich beide Leinen zu übergeben und verbrennt sich dabei die Fußsohlen. Gott sei Dank nur ersten Grades, sodass wir mit Eiswasser und Brandsalbe das Schlimmste verhindern können. Als alter Seebär kommt kein Wort der Klage über seinen Mund. So steht unserem Besuch im Zentrum von Ko Phi Phi Don nichts im Weg. Dort tummeln sich alle Ausflugsboote für die umliegenden Inseln, sodass der Anlegesteg komplett überfüllt ist. Wir hängen uns an eine Plattform, die fast durchgerostet und gesperrt ist. Über Absperrgitter klettern wir an Land. Die berühmten Strände der Insel sind bei Ebbe nicht sehr einladend, damit heißt es wieder chillen, Massage und Essen mit Sonnenuntergang. 

Tags darauf geht es zum Nai Harn Beach in Phuket. Unser letzter Segeltag zeigt sich von seiner besten Seite. Mit Bluewaterrunner geht es vor dem Wind ruhig dahin. Ein Wal kreuzt unseren Kurs und schwimmt direkt unter dem Boot durch. Was für ein Segelabschluss. 

Für den letzten Abend haben wir uns Patong mit der Bangla Road vorgenommen. Die Musik ist wie immer laut, am Straßenrand sitzend kann man die flanierenden Menschen beobachten. Von Horden an Touristen, Familien mit kleinen Kindern über verhüllte muslimische Frauen bis zu außerirdisch anmutenden Gestalten ist alles da. Natürlich sind auch viele Damen in knappen Outfits unterwegs. So kurzweilig, dass man stundenlang zuschauen könnte. Da am nächsten Tag die Abreise bevorsteht, bleiben wir nicht allzu lange. Zum Abschluss nehmen wir ein Tuk Tuk, in dem man auf einer überdachten Ladefläche Musik vom eigenen Mobiltelefon über Bluetooth abspielen kann. Unser DJ Spitzi nimmt Musikwünsche entgegen. Mit voller Lautstärke hallt „Schifoan“, der Radetzkymarsch, der Zillertaler Hochzeitsmarsch, „I am from Austria“ bis hin zur Oberösterreich Hymne durch die Straßen. In einer Polizeikontrolle werden wir gleich durchgewinkt. Schließlich geht der schöne gemeinsame Törn zu Ende. Am nächsten Tag stehen noch der große Buddha, der Tiger- und Elefantenpark für unsere Vier auf dem Programm. Nach einer letzten Massage geht es entspannt zum Flughafen. So schnell vergeht die Zeit und damit ist auch unser Urlaub wieder vorbei. Denn jetzt heißt es wieder Umräumen, Listen abarbeiten, die Wartungstätigkeiten und die alltäglichen Arbeiten erledigen. 


Kurzfilm: Nächtliche Tuk Tuk Fahrt mit DJ Spitzi

Kommentar verfassen