Ready, steady, … stop

So, jetzt haben wir eine letzte Vorbereitungswoche in Kroatien, dann bringen wir unseren gemieteten Transporter mit verkauftem Beibootmotor zurück, danach sind wir reisebereit. Wir liegen gut in der Zeit, zuhause wartet noch der Autoverkauf, die Hausübergabe, Abholen von Paketen und – das wichtigste – Erhalt der MMSI-Nummer, um in Kroatien ausklarieren zu können.

Und dann kommt da ein Virus namens Corona daher und wirft alles über den Haufen.

Bei unserem Aufbruch nach Kroatien heißt es noch, dass aus Sicherheitsgründen die Schulen und Kindergärten geschlossen werden und man im sozialen Leben auf Hygiene und Abstand achten solle.

Das stellt für uns kein Problem dar, allerdings verschärft sich die Situation von Tag zu Tag. Mittlerweile können wir nicht mehr nach Österreich fahren, wenn wir in absehbarer Zeit nach Kroatien zurück wollen. Alle österreichischen Konsulate empfehlen, möglichst zu bleiben, wo man ist oder sich schleunigst auf den Heimweg zu machen. Täglich wird der Schiffsverkehr weiter eingeschränkt. Montenegro hat die Grenze komplett geschlossen, Bosnien geht vielleicht, wenn man 14 Tage in Quarantäne bleibt. Dies ist auf dem Boot natürlich nicht so problematisch. Albanien ist dicht, Tunesien und selbst Marokko ist geschlossen.

Martin schreibt sich die Finger wund und hängt permanent am Telefon, um Auswege zu finden. Die Post kommt noch zuverlässig an. Daher können die fehlenden Pakete sowie die wichtige Post zur Marina gebracht werden. Der Transporter kann im Zweifelsfall von einer Spedition nach Österreich gebracht werden. Das Auto kann auch noch später verkauft werden, die Mieter können mit virtuellem „Handschlag“ das Haus übernehmen, Termine auf Telefon- oder Videokonferenz umgestellt werden.

Damit können wir durchatmen und uns erst einmal mit den wichtigsten Lebensmitteln eindecken.

Warum wird eigentlich ausgerechnet Klopapier gehamstert? Der Virus verursacht Husten, Fieber und Lungenentzündung, aber keinen Durchfall. Und in die Hose muss man sich deswegen auch nicht machen. Dies würde allerdings erklären, dass mancherorts auch die Windeln knapp werden.

Im Moment dürfen wir noch den Bezirk wechseln und schauen nach Split. Das gehört uns ganz alleine:

Impressionen aus Trogir:

Wir sind nun seit 3 Wochen in Trogir. Lebensmittelgeschäfte, Trafiken, Tankstellen haben geöffnet, der Rest ist geschlossen. Eingeschränkt in unserer persönlichen Freiheit fühlen wir uns derzeit nicht besonders. Wir haben uns für ein Leben auf dem Boot entschieden und das leben wir auch jetzt – leider dürfen wir noch nicht hinfahren wo wir wollen.

Fakt ist, dass wir erst mal hier bleiben müssen. Nach Österreich kommen wir wahrscheinlich noch irgendwie, danach allerdings nicht mehr zurück. Ausländer dürfen in Kroatien nicht mehr einreisen. Mit dem Schiff in eine Bucht um die Ecke zu fahren ist verboten. Mit dem Auto über die Bezirksgrenze zu fahren ist auch verboten. Für die nächsten Wochen heißt es warten, warten, warten.

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