Tuamotus – Tahanea 

Bei der Abfahrt aus Makemo kämpfen wir mit dem Anker-auf-Manöver. Unser Ankerplatz am Nordwest-Pass ist eine Einzelempfehlung, auf die wir uns voreilig verlassen haben. Es gibt zu wenig Platz auf Sand und die Kette verfängt sich in Korallenresten heillos. Durch die Windstille haben sich zusätzlich unsere Fender zum Heben der Kette vom Grund ineinander so verdreht, dass Martin diese erst mit dem Schnorchel auseinandernehmen muss. Dann kommt die Tauchflasche zum Einsatz. Kerstin wartet am Schiff und Martin taucht zur Kette. Damit wird unser Zeitplan schon ziemlich knapp weil die Dämmerung einsetzt und wir im Hellen aus dem Pass raus müssen. Beim Versuch, die Kette in 10 Metern Tiefe frei zu bekommen, verletzt sich Martin etwas an der Hand und die Haie beginnen wieder zu kreisen. Als es dann nach 70 Minuten und der zweiten Tauchflasche unter Wasser dunkel wird, beginnt es unlustig zu werden. Schließlich bekommen wir es hin und die Ankerwinsch erledigt den Rest für uns. Nächstes Mal werden wir nicht mehr auf einem solchen Grund ankern, egal was andere meinen und den Anker unter Wasser abschrauben, die Kette ausfädeln und danach wieder anschrauben. Das wäre die raschere Variante gewesen. Wir haben wieder dazugelernt. Beim Segeln ist wieder bremsen angesagt, um nicht zu früh zur Einfahrt von Tahanea zu gelangen. Also setzen wir möglichst wenig Segel um gemütlich über Nacht die 53 Seemeilen nach Tahanea zu fahren und bei Slacktide am mittleren Pass anzukommen. 

Wir ankern etwas abseits südlich vom mittleren Pass. Dort ist es bei zunehmendem Wind zwar nicht ganz so gemütlich, aber der östliche Pass scheint der Schönste zum Schnorcheln und Tauchen zu sein und dieser ist von hier aus besser zu erreichen. Wieder wollen wir uns in den Pass bei Flut mit Schnorchelmaske und Dinghi hineintreiben lassen, was allerdings nicht gut geht, da starke Wellen das Wasser nach draußen drücken. So besuchen wir den Schnorchelplatz daneben, welcher wunderschön ist. Der Strom Richtung Passausfahrt nimmt plötzlich nach außen derartig zu, dass wir mit dem Dinghi rasch mit Vollgas das Weite suchen. Somit ankern wir bei schlechter werdendem Wetter auf die westliche Seite des Hauptpasses um, wo wir das Glück haben, wieder mit der Swiss Lady allein am Ankerplatz zu liegen. Von dort aus beschnorcheln wir die beiden anderen Pässe mit einlaufender Strömung. Es ist so seicht, dass wir die Tauchflaschen an Bord lassen können. Auch hier sehen wir wieder viele bunte Fische, Muränen, Adlerrochen, Haie und schöne Korallen.

Natürlich wird auch wieder auf dem Schiff gewerkelt. Martin macht wieder Motor-Bilgen-Yoga und erneuert eine Wasserpumpendichtung. Mit WD-40 und Silikonspray bewaffnet wird die Infinity von Martin verwöhnt und wir können gut geschmiert den Weg zum nächsten Atoll nach Fakarava starten. Dieses Mal möchten wir die 50 Seemeilen tagsüber erleben. Dafür müssen wir zwar etwas schneller sein und den Motor wegen zu wenig Wind mit bemühen aber das ist ohnehin notwendig, um unsere Batterien wieder mal auf 100 % Ladezustand zu bringen. Bei der Gelegenheit wird auch gleich der Wassermacher angeworfen und wir kommen rechtzeitig am Südpass in Fakarava an. Hier wartet ein UNESCO Weltnaturerbe auf uns.

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