Bulgarien und Törnplanung 2021/22

Dankbar und mit Begeisterung nehmen wir an den letzten Familienfeierlichkeiten zuhause teil und können noch Freunde und Verwandte wiedersehen und die großzügige Leihauto-Gabe unbeschadet zurückgeben. Wir haben in zwei Monaten über 40 Besuche machen dürfen. Ihr werdet uns alle sehr fehlen. Der Abschied fällt uns dementsprechend schwer. Wir kamen mit zwei mal 15 kg Handgepäck nach Europa und fliegen mit 80 kg zurück. Darunter sind nicht nur Ersatzteile und Segelbücher sondern auch eure Geschenke wie Honig, Marmeladen und Spirituosen sowie viele schöne Erinnerungen. Die Geschenke nehmen wir gerne vorübergehend als Platzhalter für euch selbst mit. Die Kojen sind bereits für euch reserviert. Danke für alles.

Burgas an der Schwarzmeerküste ist unser Zwischenstopp am Weg zurück zu Infinity. 14 Nächte außerhalb von Schengen verlangen die Amis für die Einreise. Dabei ist ihnen egal, dass Bulgarien von der Inzidenz ähnlich dasteht wie Österreich und die Impfquote hier in Bulgarien viel niedriger ist. Macht nichts, für uns gibt es hier ein neues Meer und ein neues Land mit sensationellem Preis-Leistungs-Verhältnis zu entdecken. Unser gebuchter Pauschal-Billig-Restplatz im Hotel erweist sich als Volltreffer. Wir werden nach der Ankunft in ein anderes Hotel umgebucht, das zufällig zu den Top-Hotels ganz Bulgariens gehört. Aus „nur Frühstück“ wird „Ultra-all-inclusive“ zum gleichen Preis. Das 5-Sterne-Haus ist zwei Jahre alt und wird auch am westeuropäischen Standard gemessen seinen 5 Sternen absolut gerecht. Mit dem Wetter gibt es im Oktober hier Luft nach oben, da wir nur mehr wenige Badetage im Freien nutzen können, aber der Spa-Bereich mit beheizten In- und Outdoorpools entschädigt dafür. Im Hotel finden während unseres Aufenthalts zwei Ärztekongresse statt, die Kerstin mit Interesse aus der Distanz verfolgt. Hier wird nur bulgarisch gesprochen, dem wir leider nicht einmal ansatzweise mächtig sind. Corona ist hier auch präsent, aber es gibt keine wirklichen Einschränkungen. In der Corona-Nachsaison haben allerdings nicht mehr alle Hotels, Geschäfte, Bars und Restaurants geöffnet. Die Bevölkerung ist laut unserem Taxifahrer generell sehr impfkritisch, laut seiner Einschätzung liegt es in erster Linie am mangelnden Vertrauen in die vergangenen Regierungen und auch in die aktuellen Regierung. So gut der bulgarische Wein schmeckt, so schlecht sind hier die Straßen. Das nagelneue und ebenso günstige Leihauto meistert die Schlaglöcher aber hervorragend.

Hier in Bulgarien dürfen wir neue Freunde aus Bulgarien, Deutschland und Finnland kennenlernen und gemeinsam Städte und Orte besichtigen. Man sieht sich immer zweimal im Leben und wir freuen uns schon darauf.

Mit dem Mietwagen besuchen wir Nessebar, Varna, Pomorie, Burgas und Sosopol. Nessebar ist ein UNESCO Welterbe und bekannt für seine Holzhäuser aus dem Mittelalter. In vielen Städten findet man Museen mit interessanten Relikten der Griechen, Thraker, Römer und Türken. Ein vollständig erhaltenes thrakisches Hügelgrab aus dem 2. Jahrhundert nach Christus ist eines der Highlights hier. Leider wurde es schon vor langer Zeit geplündert aber das alte Gewölbe hat die Zeiten beinahe unbeschadet überdauert.

Segeltechnisch müssen wir bald wissen, ob wir demnächst durch den Panamakanal fahren oder nicht. Das hängt davon ab, ob uns Französisch Polynesien aufnimmt. Wenn ja, fahren wir durch den Panamakanal, da man in Französisch Polynesien auch eine Zyklonsaison verbringen kann falls alle anderen zyklonfreien Destinationen im Pazifik noch immer geschlossen sein sollten. Wenn wir durch den Panamakanal fahren ist unsere Route über die Bahamas und die Südküste Kubas nach Panama seglerisch gut umsetzbar. Wenn wir nicht durch den Panamakanal fahren, wären wir bei dieser Route, an der Südwestspitze Kubas angelangt, windtechnisch etwas „im Eck“. Um aus der Hurrikanzone am Ende der Karibiksaison herauszukommen müssten wir gegen den Wind Richtung Südosten nach Grenada bzw. Trinidad oder Französisch Guyana an der südamerikanischen Ostküste gelangen. Das ist sicher machbar aber wahrscheinlich kaum ein angenehmer Segeltörn gegen Passatwind und Atlantikwelle. Deshalb spielen wir mit dem Gedanken, in diesem Fall im November nicht nach Kuba sondern in die Ostkaribik nach Antigua zu segeln. Dann bleibt der Passatwind die ganze Saison unser Freund.

Wir machen uns nicht viele Hoffnungen als wir ein Ansuchen um Einreise an die Behörden in das noch immer geschlossene Französisch Polynesien für März 2022 stellen. Dort muss man neben vielen anderen Angaben und dem Corona-Impfnachweis auch das genaue Ankunftsdatum ausfüllen, was aus derzeitiger Sicht nur eine grobe Schätzung sein kann. Siehe da, zu unserer großen Überraschung und Freude bekommen wir binnen 24 h die positive Antwort. Heureka, wir werden den Ozean im kommenden Jahr wechseln! Der Panamakanal sollte im Januar von der Wartezeit her keine große Hürde darstellen. Außerdem kann man den Kanaltransit erst fixieren, sobald man in Panama angelangt ist. Also bleiben uns als Pazifik-Vorbereitung noch die am Weg liegenden Galapagos-Inseln übrig. Diese sind bekannt für ihre kostspieligen, komplexen und strengen Einreiseverfahren für Segelboote, die nur über eine Agentur mit dem Heimatland Equador erledigt werden dürfen. Prompt meldet sich auch dort auf unsere Anfrage eine Agentur zurück, die die Abwicklung mit den Behörden nach Übermittlung einiger Dokumente gleich startet. Der Prozess wird standardmäßig ungefähr 2 Monate dauern. Dem Agenturmitarbeiter gefallen die Klamotten in unseren Webshop und er bestellt für alle Mitarbeiter Kleidung mit Agentur-Logo, die wir der Agentur gerne drucken lassen und als Geschenk mit auf die Inseln nehmen werden. Durch unseren Spezialservice werden die Galapagos-Agenturkosten für uns im Austausch ebenfalls zum Geschenk. Auf der Sollseite bleiben für einen zweiköpfigen dreiwöchigen Besuch der Galapagos-Inseln trotzdem noch ca. 1.500 US-Dollar an Behörden- und Nationalpark-Gebühren stehen. Manchmal fühlt man sich als Blauwassersegler ein wenig wie eine Melkkuh. Ein weiteres Melkkuh-Indiz sind die Corona-Einreisebestimmungen für Segler in Neuseeland. Dort gibt es ein striktes Einreiseverbot aufgrund der Pandemie, außer man sichert zu, 50.000 Neuseeland-Dollar (ca. 25.000 Euro) im Land auszugeben. Dann darf man plötzlich einreisen. Das hat mit Corona wiederum nichts zu tun und der harte Corona-Kurs Neuseelands ist für uns aus hehren Gesundheitsgründen nicht mehr nachvollziehbar. Wir werden dieses System jedenfalls nicht unterstützen. Irgendwann wird man auch in Neuseeland wieder ohne große finanzielle Hürden einreisen dürfen.

Wir sind überglücklich, dass wir nun einigermaßen sicher sind, wo wir uns die nächsten Segel-Monate befinden werden. Flexibel bleiben wir trotzdem. Das ist während Corona noch wichtiger als sonst. Falls ihr euch fürs Mitsegeln interessiert: November Bahamas, Dezember Kuba, Jänner Panama, Februar Galapagos, ab Ende März Französisch Polynesien. Bei Interesse nehmt einfach über die Webseite Kontakt auf. Wir freuen uns schon wieder sehr auf den Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut und den Horizont hinter den Sonnenbrillen.

4 Kommentare

  1. Wie immer, ein wunderbarer Bericht.Ihr habt Lust auf Bulgarien gemacht, diese schönen alten Holzhäuser!!! Es war ein ganz feiner Nachmittag mit euch.Wir wünschen euch eine gute Reise und hoffen, dass ihr gesund bleibt und wir uns irgendwann/irgendwo wiedersehen.In Gedanken begleiten wir euch, Herzliche Grüße, Gerhard und Eva.

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