Symptome, Medikamente und Anwendung

Wer einen längeren Törn plant, sollte unbedingt ein komplettes „Service“ machen lassen. Als Ärztin wundert mich, dass ein Auto jedes Jahr seine technische Überprüfung bekommt aber bei vielen der eigene Körper eine Überprüfung oft jahrelang nicht erhält.

Die Annahme, dass man schon nichts hat, wenn man nicht nachschauen lässt, führt in erster Linie dazu, dass bei den Todesanzeigen „starb völlig überraschend“ steht. Erkrankungen wie Herz-Kreislauf und Stoffwechsel sind oft über Jahre hinweg symptomlos und man wiegt sich in Sicherheit. Bluthochdruck, Zucker oder erhöhte Fettwerte werden dann zu einem Problem, wenn in den nächsten Wochen keine medizinische Versorgung zur Verfügung steht.

Je älter die Person, desto eher gilt:

  • Vorsorgen ist besser als heilen
  • Vorsorgeuntersuchungen mit EKG inkl. Urologie, Gynäkologie, Mammographie, Magen- und Darmspiegelung spätestens ab 50
  • Wenn möglich an der eigenen Fitness arbeiten; Beweglichkeit ist wichtig zur Unfallvermeidung
  • Risiken minimieren: Zahnsanierung (Entzündungsherd), Orthopäde, ev. Versorgung mit Bandagen

Das soll jetzt nicht heißen, dass man jung und knackig sein muss, um so eine Reise zu wagen. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass man zum Segeln nie zu alt ist. Der älteste Einhandsegler ist gerade mit 81 um die Welt gesegelt.

Als Hilfestellung für Bordmedizin bieten wir in der Folge einen kleinen Ratgeber an:

An Bord muss man sich selbst helfen, daher gilt es alle möglichen Notfallszenarien zu üben. Die häufigsten Gesundheitsprobleme sind nämlich nicht etwa Malaria-Infektionen sondern Unfälle. Daher heißt es, einen Erste Hilfe Kurs mit spezieller Zusatzausbildung zu absolvieren. Wo in den Ratgebern steht, man solle dringend den Notarzt anrufen, muss man an Bord etwas mehr können, da ein Notarzt selten greifbar sein wird. Unfälle, Knochenbrüche, Verbrennungen, Flüssigkeitsmangel lösen in jedem erst einmal Panik aus. Die kriegt man nur mit Übung im Vorfeld in den Griff. Entsprechende Kurse werden zum Beispiel von Seadoc angeboten. Dort erhält man auch die notwendige Ausstattung sowie unterstützende Anleitungen dazu. Das Buch Medizintafeln von Seadoc Dr. Steffen ist kurz gehalten, leicht verständlich und gut umsetzbar.

Es gibt auch medizinische Notdienste, wo Segler bei Problemen oder Fragen anrufen können. Sich dort anzumelden ist eine gute Idee, die einen beruhigter aufbrechen lässt.

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