Die Polsterer kommen zur zweiten Polsteranprobe für die bestellten Außenpolster. Davor waren sie zwei Mal am Schiff und hatten die alten Polster als Muster in der Werkstatt. Dieses Mal passen nur noch zwei von neun neuen Polstern nicht. Beim nächsten Mal dürfen wir auf einen vollen Erfolg hoffen. Wir werden aber eines Besseren belehrt. Auch beim dritten Mal sind zwei Polster falsch. Zwar sind es Kleinigkeiten aber die Polsterer müssen halt noch einmal kommen. Wir wären gerne so geduldig wie die Asiaten.
Daniela, Christoph, Hannah und Elias treffen ein und wir verbringen ihren Jetlag gemeinsam am Ankerplatz in Nai Harn. Der Besuch in Phuket Oldtown und in Patong mit Tuk-Tuk-Fahrt gehören ebenso dazu wie der Strandbesuch und der Lebensmitteleinkauf für die nächsten Wochen. Die vier sind sofort Fans der Thai-Küche und es wird nach Herzenslust geplanscht. Auf dem Weg nach Koh Yao Yai machen wir einen Ankerstopp in Ao Yon Beach. In Koh Yao Yai haben wir für den Weihnachtsabend im Restaurant eines Ressorts reserviert. Tagsüber nutzen wir die riesige Poollandschaft und am Abend lässt das Buffet-Abendessen keine Wünsche offen. Die aufwändige Aufbereitung des Buffets ist ebenso toll wie es schmeckt. Es gibt die Weihnachtsbaum-Entzündung und Live-Musik mit Weihnachtsliedern sowie die obligate Feuershow am Strand. Der Weihnachtsmann verteilt Süßigkeiten an die Kinder. Zurück am Ankerplatz videotelefonieren wir mit der Familie zuhause und eine Bescherung darf natürlich mit Kindern auch am Boot nicht fehlen. Die Tage darauf segeln wir nach Norden zu einigen Inseln mit dem Besuch eines schönen Hongs mit steilen Klippen und einsamen Sandstrand. Danach wieder nach Süden nach Ray Le Beach mit seinen Bars, Höhlen, Stränden und Tieren. Warane und Affen laufen im Dorf herum und die Buchungslage der hiesigen Hotels scheint aufgrund der Menschenmassen nicht schlecht zu sein.




















































Koh Lanta mit seinem breiten Sandstrand wird ebenso angelaufen wie das Schnorchelparadies Koh Rok Nok und schließlich Koh Muk, wo wir den Silvesterabend wieder im Restaurant eines Ressorts verbringen. Dieses Mal stellt sich das Galadinner zur Abwechslung mal als überteuerte Abzocke heraus. Das Hotel versucht sich auch an einem Unterhaltungsprogramm, welches sich aufgrund der rudimentären Englischkenntnisse des Showmasters und der fürchterlich spielenden Band als unfreiwillige Lachnummer entwickelt. Immerhin war es dadurch außerordentlich lustig. Die handelnden Personen bemühen sich redlich. Allein die Entscheidungen zur Preisgestaltung und zur Besetzung des Programms waren Fehlgriffe. Wir lassen uns dadurch nicht beirren: „Frohes neues Jahr!“
Die Kinder machen zwei Schnuppertauchgänge und werden mit dem Leben unter Wasser mehr und mehr vertraut. Die Tage vergehen wie im Flug. Auf Koh Muk wird uns als Stammkunden in der Mong Bar die Ehre zuteil, ein persönliches Holzbrett zu bemalen. Das überlassen wir unseren mitgereisten Künstlern Hannah und Elias, die diese Aufgabe hervorragend meistern. Das Schild bekommt einen Ehrenplatz in der Bar. Als Freunde des Hauses Mong wird uns sogar die Nationalparkgebühr erlassen. Das ist ein netter Zug. Die Emerald Cave beschnorcheln wir durch den 80 Meter langen stockdunklen Tunnel. Auf Koh Muk gefällt es uns wieder so gut, dass wir gleich einige Tage bleiben. Die gechillte Reggae-Athmosphäre, die Bars, der leicht frequentierte Strand, die nächtliche kühle Brise von den Felsen herunter, der Sonnenuntergang und das mit Dreirad-Tuk-Tuk erreichbare Cafe mit sensationeller Speisekarte. Mit minimalen Mitteln und einer winzigen Küche wird alles in einer Qualität herausgezaubert, dass man sich nur wundern kann. Da könnten sich viele europäische Cafes ein Scheibchen abschneiden.



















































Einen weiteren Schnorchelstopp legen wir auf Koh Ha Yai ein. Da wir an einer schaukeligen Boje über Nacht bleiben, dürfen wir das Unterwasserparadies am späten Nachmittag beinahe alleine erkunden. Fischschwärme, Felsformationen, Korallen und so weiter. Alles in klarer Unterwasser-Sicht und vom Boot aus erreichbar. Die Nationalparkgebühr dafür zahlen wir gerne. Zum Abschluss geht es auf die Phi Phi Inseln mit einer eineinhalb stündigen Feuershow, die wir so noch nicht kannten. Hier sind echte Artisten mit Kunststücken am Werk, dass einem der Mund offen bleibt. Rasch sind die Mitbringsel unserer vier Gäste eingekauft und schon sind wir wieder zurück in Nai Harn. Immerhin konnten wir dank frühen Aufstehens die letzten Tage beinahe die gesamten Strecken unter Segeln bewältigen. Doch der Abflugtermin naht und der Abschied von Hannah, Daniela, Elias und Christoph nach dieser schönen Zeit fällt sehr schwer. Wir sehen uns hoffentlich bald wieder.
Jetzt geht es für uns an die Vorbereitungen für den Absprung auf die Andamanen. Es wird die erste Etappe der Überquerung des indischen Ozeans, die wir uns für heuer vorgenommen haben. Dafür muss das Schiff selbstredend in „ship shape“ sein und die aufwändigen e-Visa für Indien beantragt werden. Wir gehen einige Weh-Wehchen am Schiff an und verproviantieren uns neu. Einen Agenten für die unendliche indische Bürokratie haben wir auch schon an der Angel. Für elften Jänner sieht der Wind nicht schlecht aus. Die Zeit läuft.
