Koh Phi Phi Don ist laut wie immer. Der Ankerplatz ist schaukelig und laut wegen der vorbeirasenden lebensmüden Thai-Kapitäne. Der Platzregen setzt ein, als wir am verfallenen Dinghi-Steg angelandet sind. Mittlerweile ist der Steg kaum mehr begehbar und besteht aus mehr gefährlichen rostigen Löchern als Steg. Wir decken uns mit Thai-Sim-Karten ein. Jetzt wird unser Schiffstandort wieder automatisch aktualisiert und ihr könnt ihn auf unserer Webseite abrufen. Der Ort ist ein Hotspot für junge Leute, die mit Fähren täglich hergebracht werden. Wir lassen die allabendliche Party heute aus und gehen früh schlafen.
Einen weiteren Ankerstopp legen wir am Ao Yon Beach auf Phuket ein. Mit einem geborgten Moped düsen wir zum Einklarieren nach Chalong. Der Hafenkapitän begrüßt Martin wie einen alten Freund und die beiden kichern trotz gebrochenem Thai-Englisch „Thinglish“ des Kapitäns. Bei Immigration bekommen wir ohne weiteres die neu eingeführten 60 Tage Bleiberecht ohne Visum. Beim Zoll dauert es zwar lange aber es gibt keine Probleme. Danach geht es auf ein Cordon-Bleu zum Stammtisch. Herrlich. Leider macht unser Außenborder Mätzchen und er funktioniert nur mehr mit gezogenem Choke. Bei größerer Last gibt er auf. Wahrscheinlich ist der Vergaser durch das schlechtgewordene Benzin beleidigt und das Benzin fließt mit zu geringem Druck.
Den nächsten Tag nutzen wir für die Fahrt nach Yacht Haven, um dort unseren niederländischen Elektriker Ben zu treffen, der mit uns in der kommenden Woche die neuen LiFePo Batterien einbauen wird. Da unser Außenborder nicht einsatzfähig ist und wir einige Male rudern werden, ankern wir in Landnähe in einer Lücke im Bojenfeld der Marina. Am nächsten Tag wird der Außenborder zum Service abgeholt von einem Fahrer, der nicht schwer heben darf. Das ist nicht ganz die ideale Berufswahl, denn die Biester ab zehn PS wiegen kaum unter 30 kg. Wir schaffen es, den Außenborder über den wackeligen Schwimmsteg des Papa-Mama-Restaurants zur Straße zu schaffen und auf den Pickup zu hieven, ohne dem Fahrer einen Bandscheibenvorfall zu verschaffen.
Mit einem Leih-Moped machen wir einen Trip nach Phuket Town für einige Besorgungen. Es ist immer wieder aufregend, hier als Verkehrsteilnehmer am Straßenrennen ohne Regeln und Flaggensignalen teilzunehmen. Wir genießen auch einen kurzen Aufenthalt im weihnachtlich geschmückten riesigen Einkaufszentrum Central Phuket.















Ben entpuppt sich als unkomplizierter Vollprofi mit einem beeindruckenden Expertenwissen in Marine-Elektrik und -Elektronik. Er sagt niemals „das geht nicht“ oder „dafür habe ich keine Zeit“. Alles geht. Und wir bekommen die von ihm aktualisierten Schaltungsdiagramme mit sämtlichen Änderungen. Nach einer Woche Arbeit haben wir fast 600 Ampere-Stunden nutzbare LiFePo-Batteriekapazität. Dreimal so viel wie zuvor mit den alten AGM-Batterien. Die Batteriebank kommt trotz der größeren Wärmeentwicklung bei laufendem Motor in den Motorraum. Die Lebensdauer der Batterien wird dadurch vielleicht nicht volle 14 Jahre sein, aber damit können wir leben. Immerhin motoren wir als Segler selten und die alternative Platzwahl wäre aus anderen Gründen auch nicht optimal gewesen.
Zusätzlich brauchen wir einige neue Geräte, die die Batterieladung optimal steuern. Mithilfe dieser kann auf einem Farbbildschirm und über Internet auch aus der Entfernung alles überwacht werden. Einige akustische Alarme und eine automatische Abschaltung bei hoher und niedriger Volt-Zahl und Temperatur werden eingebaut. Zusätzlich ein Fernschalter, mit dem man die Systeme auch manuell abschalten kann, ohne in den Motorraum zu müssen. Eine Temperaturmessung bei laufender Lichtmaschine ergibt, dass entgegen vieler anderer Meinungen die Mitsubishi-Lichtmaschine unserer Volvo-Motoren überhitzen, wenn sie mehr als 65 Ampere in die neuen Batterien laden, die viel mehr Strom auf einmal laden können als die alten. Also brauchen wir ein zusätzliches Gerät, das diese Überhitzung verhindert. Auch die Ankerwinsch funktioniert jetzt, ohne gestartetem Motor. Das Einziehen der Kabel verläuft einfacher als erwartet. Die alten Batterien widmen wir dem Papa-Mama-Restaurant. Dort können sie noch immer bei Stromausfällen behilflich sein und wir müssen die schweren Dinger nicht entsorgen. Die Gewichtsersparnis durch den Batterietausch beläuft sich auf ungefähr 90 Kilogramm.













Zwischendurch setzen wir unseren Anker einmal neu an der selben Stelle, weil unser Hahnepot unter Wasser irgendwo hängen geblieben ist. Die alten Polster für den Außenbereich werden abgeholt, um für die neuen Maß zu nehmen und der Außenborder kommt nach 4 Tagen rudern wieder zurück. Die Ursache für den Leistungsverlust war, dass sämtliche Bestandteile der Benzinleitung und der Impeller ausgetauscht werden und der Vergaser gereinigt werden musste. Das Benzin in Südostasien ist wohl nicht das Gelbe vom Ei. Jetzt sind wir mit Bootsarbeiten nach sechs Wochen fürs Erste fast fertig. Wir gehen einige Tage in die Marina, um das Boot zu putzen, Wasser zu bunkern und Einkäufe zu machen. Pip erwartet uns schon am Steg und wir sind froh, dass er uns wie schon Anfang dieses Jahres beim Trinkwasser Schleppen hilft und ein Auto fürs Einkaufen organisiert. Jetzt freuen wir uns schon auf ein Wiedersehen mit Claudia und Bertil der Segelyacht Ruth.
