Die Bucht von Kotor

Martin hat schon 2014 in Montenegro den Wunsch gehabt bei den beiden kleinen Inseln Sveti Dorde und Gospa od Skrpjela mitten in der Bucht von Kotor zu ankern. „Dank“ Corona haben wir dort die freie Platzwahl. Die Insel Sveti Dorde ist eine Klosterinsel, welche allerdings nicht zu besichtigen ist. Gospa od Skrpjela ist auf einem Felsen, der unter Wasser liegt, mit Steinen aufgeschüttet worden. Sie ist mittlerweile ein Wallfahrtsort, wo einmal im Jahr Pilger Steine ins Wasser werfen, damit die Insel nicht untergeht. Gleich gegenüber liegt Perast, welches wir uns noch einmal in Ruhe anschauen. Das Wasser lädt allerdings hier nicht recht zum Schwimmen ein. Daher ziehen wir weiter nach Kotor.

In Kotor fühlt man sich ein bisschen an den Traunsee versetzt. Die Berge rundherum, das Wetter unbeständig, immer wieder Regen. Wir ankern meist als einziges Segelschiff in der Bucht neben dem Stadthafen. Ist gratis und eine wunderbare Aussicht. Kotor ist UNESCO Weltkulturerbe, klein aber fein und ist zu einer unserer bisherigen Lieblingsstädten geworden. Neben den schönen Gebäuden gibt es ein Marine- und Katzen-Museum. Das Marine-Museum war aufgrund der venezianischen und österreichischen Vergangenheit Montenegros recht interessant, das Katzen-Museum war leider noch geschlossen. Die Begründung dafür der Dame von der Tourismus-Info ließ uns schmunzeln: „It is still closed, as the whole situation – you might know – is not so …. brilliant.“ Eine der stärksten Untertreibungen, die ich hierzulande vernehmen konnte, da der Tourismus am Boden liegt. In jedem Gastgarten spähen die Kellner flehentlich nach den handverlesenen wenigen Gästen die durch die Straßen flanieren. Die Katzen sind die eigentlichen Herrscherinnen der Stadt. So wie in Venedig die Tauben gefüttert werden, gibt es hier jede Menge Anwohner, die die Katzen versorgen. Dementsprechend gespflegt sind sie. Es gibt aber keine, die nicht irgendwelche Kampfspuren trägt. Jede Katze hat seine eigenen Gastgärten und Plätze, die verteidigt werden. Die Stadt ist von einer venezianischen Stadtmauer umgeben, welche auf einen Bergkamm gebaut ist. Im Dunkeln ist sie beleuchtet und besonders imposant. Nur 1300 Stufen und 217 Höhenmeter trennen uns vom Fort am Gipfel. Die Mauern entlang der Treppe sind zum Teil eingefallen was Kerstins Höhenangst beflügelt. Die Aussicht ist klasse. Wir machen bei einer Kapelle eine längere Pause, da uns ein Gewitter mit Starkregen und kleinen Hagelkörnern überrascht. Das nehmen wir mit Humor und gönnen Infinity mal ein Hagel-Peeling. Da das Meerwasser in diesem Fjord mit Süßwasser vermischt wird, stellen wir uns auch noch gleich eine Unterbodenwäsche vor. Auf dem Gipfel lebt eine einsame ungepflegte Katze, die auf eine Fütterung gehofft hat. Leider haben wir nichts mitgenommen. Daher ist die Katze einfach hinter uns Richtung Stadt gegangen, meistens auf der Mauer neben mir. Sobald Martin das Handy gezückt hat ist sie auf ihn zugestürmt, da sie Futter in seiner Tasche vermutet hat. An der Kapelle ist sie zurückgeblieben. Mit der Stadt dürfte sie nicht viel zu tun haben wollen. Die Meeresfarbe ist hier tief moosgrün und nicht wie bisher türkis oder hellblau. Wir schieben diese Farbe optimistischer Weise auf die Vermischung mit Süßwasser.

Nach und nach trudeln einige Touristen ein, was für die Gastronomie hier wichtig ist. Die erste Segelregatta wird schon gestartet und wir machen uns wieder auf Richtung Meer, Bucht und baden.

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