Montenegro entdecken

Nach den Formalitäten genießen wir einen Ankerplatz direkt gegenüber der Marina Porto Montenegro und dem kleinen Städtchen Tivat. Ananda begrüßt uns gleich herzlich. Schön mit ihnen wieder mal zu plaudern und zu feiern. Montenegro hat gerade erst wieder für den Tourismus geöffnet und man ist sich demnach noch etwas unsicher was erlaubt ist und was nicht. Am zweiten Tag wird aber vieles schon viel lockerer genommen – Corona-Maßnahmen sind hier kaum spürbar.

Die Marina glänzt mit ihren Superyachten, wobei derzeit kaum Touristen anzutreffen sind. Tivat ist recht verschlafen, aber klein und fein. Das Wetter ist sehr wechselhaft, es regnet immer wieder. Um das Land ein bisschen kennenzulernen, borgen wir uns einen Roller aus – dieses Mal sogar mit 150 ccm. Die Straßen brauchen etwas mehr PS, da es oft steil bergauf geht. Für Biker ist es ein traumhaftes Gebiet. Da nichts los ist, fragt der Verleiher ob wir Rabatt wollen und nicht wie normalerweise umgekehrt. Er ist freundlich, zuvorkommend und zeigt auf seinem Handy Privatfotos von den schönsten Plätzen.

Der Ausblick auf die gesamte Bucht von Kotor bleibt uns leider verwehrt, da der Berg in Nebel gehüllt ist. Cetinje, die ehemalige Hauptstadt zeigt uns ein paar hübsche Häuser und ein Kloster. Einwohner erklären uns mit Freude ihre Stadt. Die wenigsten sprechen englisch, dafür zum Teil italienisch. Damit kann man sich grob orientieren. Es ist der erste Sonntag, an dem alle Lokale wieder geöffnet haben. Demnach herrscht in der Fußgängerzone reges Treiben, eine richtige Wohltat. Es geht weiter bis Podgorica, der aktuellen Hauptstadt. Sie hieß während der Zeit Jugoslawiens Titograd. Hier finden wir noch jede Menge „Ostblockcharme“. Architektonisch hat die Stadt wenig zu bieten. Allerdings gibt es eine große Fußgängerzone mit schönen Lokalen, bei der man sich ein reges Nachtleben vorstellen kann.

Da wir aber nur einen Tagestrip geplant haben, zieht es uns weiter zum Kloster Ostrog, UNESCO Welterbestätte. Dort reihen wir uns in die Schlange der Besucher ein. Der Eintritt ist gratis, dazu bekommt man gleich eine kleine Flasche Wasser aus der eigenen Quelle sowie ein Öl zum Salben für das Gebet geschenkt. Das Kloster ist in eine Felswand hineingebaut und ein Heiliger liegt dort im offenen Sarg, nur mit einem Tuch abgedeckt. Jeder Besucher bekreuzigt sich mehrmals und küsst Ikonen, Bilder, Wände und Türen. Dabei scheint man sich vor Corona hier ob der Heiligkeit sicher zu sein. Ein Mann erklärt uns, dass zunächst überlegt wurde, diese Rituale auszusetzen. Allerdings hat die orthodoxe Kirche erklärt, dass in ihren Hallen noch nie (!) jemand krank geworden ist, egal bei welchen Erregern. Da Glaube ja bekanntlich auch Berge versetzen kann, ist auf jeglichen Schutz verzichtet worden. Montenegro war als eines der ersten Länder praktisch „Corona-frei“!

Auf dem Rückweg sind wir praktisch die ganze Bucht von Kotor entlang gefahren. Dabei haben wir das kleine Örtchen Perast kennengelernt und beschlossen zurückzukommen. Die Altstadt von Kotor ist wunderschön, wie wir sie in Erinnerung haben. Dieses Mal regnet es nicht und die Straßen sind frei. Keine Kreuzfahrtschiffe, kaum Touristen. Die Einheimischen, die Katzen, für die es sogar ein eigenes Museum gibt, und wir sind die einzigen, die die Stadt bestaunen.

Zurück am Ankerplatz beschließen wir, unseren Ankerplatz zu den berühmten beiden Kircheninseln zu verlegen.

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