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Südatlantik · Brasilien · 9. Juli 2026

Iguazu Wasserfälle

In Foz de Iguazu sind wieder Temperaturen von fünf bis 18 Grad angesagt. Vor der Hoteltür kann man gleich Winterjacken vom Straßenhändler kaufen. Der Rezeptionist sitzt in Daunenjacke mit Ohrenwärmer im Büro. Wie gut, dass wir auf alles vorbereitet sind. Die Iguazu Fälle gehören zu den spektakulärsten Wasserfällen der Welt. Sie liegen im subtropischen Regenwald im Welterbe-Nationalpark, der zum Teil in Brasilien und zum Teil in Argentinien liegt. Mehr als 270 einzelne Wasserfälle erstrecken sich über unfassbare 2,7 Kilometer Breite. Pro Sekunde stürzen bis zu 10 Millionen Liter Wasser in die Tiefe, eine echte Naturgewalt.

Wir besuchen zunächst die brasilianische Seite der Wasserfälle, die den besten Panoramablick bietet. Außer der Wanderung über verschiedene Plattformen steht auch eine Bootsfahrt durch die Stromschnellen mit anschließender Dusche unter den Wasserfällen an. Der Wind weht Gischt auf die Wanderwege und Plattformen, sodass man am Ende auch ohne Bootsfahrt komplett nass ist. Bei strahlendem Sonnenschein bilden sich sensationelle Regenbögen in der Schlucht. 


Kurzvideo Iguazu Wasserfälle Brasilien

Die Stadt Foz de Iguazu liegt am Dreiländerpunkt auf der brasilianischen Seite gemeinsam mit Argentinien und Paraguay. Über die Freundschaftsbrücke kann man bequem nach Paraguay spazieren. Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen. Ohne Passkontrolle gelangt man in die gegenüberliegende Stadt Ciudad del Este. Mit dem Grenzübergang ändert sich nicht nur die Sprache, sondern auch das Stadtbild. Müll liegt auf den Straßen, Straßenverkäufer bieten alles mögliche an. Hier in Paraguay ist alles deutlich billiger als in Brasilien und man kann gleich steuerfrei in den riesigen Einkaufszentren zahlen, wenn man seinen ausländischen Pass vorlegt. Ein großes neues China Shopping-Center lässt uns staunen. Allein die Weinabteilung ist hier so groß wie ansonsten ein großer Supermarkt. Es gibt nichts, wass es nicht zu kaufen gibt. Von der Unterhaltungsindustrie bis zu Lebensmitteln alles unter einem riesigen Dach. 

Den Rückweg über die Brücke nach Brasilien könnten wir zwar auch wieder zu Fuß zurücklegen, aber im Dunkeln finden wir das nicht besonders schlau. Mit dem Auto steht man auf der Brücke ewig im Stau, sodass uns als Alternative pro Person ein Motorrad-Taxi am sinnvollsten erscheint. Wir wissen nicht, dass wir dabei offenbar an einem Straßenrennen teilnehmen. Bei den Überholmanövern schließen wir die Augen. Es wird sich im Höllentempo überall vorbeigeschlängelt und die sehr schmalen durch Beton-Leitplanken abgetrennten Spuren erlauben nicht einen winzigen Schlenker. Über die Brücke gibt es eine schmale Spur nur für Motorräder. Gut festhalten und wieder die Augen schließen, um die Nerven zu schonen. Kerstins Fahrer spricht nur spanisch, weiß daher nicht, was der portugiesisch sprechende Zollbeamte von ihm will und bleibt stehen. Martin kommt zurück und winkt ihn durch. Die Zollbeamten schauen zu – so einfach kann es sein. Fremdsprachen sind den meisten Südamerikanern leider fremd. Mit spanisch kommen wir mittlerweile einigermaßen durch. Aber vorschnelle Zustimmung bei Gesprächen auf portugiesisch führen in Brasilien manchmal zu interessanten Situationen. Deshalb haben wir uns mittlerweile angewöhnt, auch bei den einfachsten Angelegenheiten den Übersetzer am Handy zu bemühen. 

Jetzt sind die Wasserfälle von der argentinischen Seite aus dran. Im Nachhinein betrachtet ist das die bessere Wahl. Man kommt sehr nah ran, ohne pitschnass zu werden. Man steht direkt über dem Teufelsschlund, wo die tosenden Wassermassen in eine hufeisenförmige Schlucht stürzen. Unfassbar. 

Zirka 4.200 Besucher stauen sich täglich auf den Stegen durch die Wasserfälle. Die kleinen fotogenen Nasenbären verursachen zusätzlich willkommene Verzögerungen bei den Fotografierenden. Die Affen sind etwas zurückhaltender und die wenigen wild lebenden Jaguare sind zu scheu, um sie zu Gesicht zu bekommen. 


Kurzvideo Iguazu Wasserfälle Argentinien

Jetzt ist unser Leben als Landratten erst einmal wieder auf Pause. Es geht zurück nach Jacare zu Infinity und dann segeln wir an der Nordostküste Brasiliens zum Amazonas-Delta. Hurra!

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