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USA bis Pazifik · Tuamotus · 25. Mai 2022

Rotoava im Norden Fakaravas

Rotoava im Norden des Atolls Fakarava erweist sich als Österreicher-Spot. Hier liegen die Bright Star, Ibex, Infinity und die 2fast4you ist von Fakarava Süd auf dem Weg hier her. Vier österreichische Segelboote in einem Atoll mitten im Pazifik dürfte eine Seltenheit sein. Zusätzlich ist auch Swiss Lady mit von der Partie und für lustige Erzählungen aus dem Seglerleben im heimatlichen Dialekt ist gesorgt. Jeder erzählt sein Top-Versagen und es gibt abendfüllenden Stoff zum Lachen. Unser Favorit der Erzählungen der Seglerkollegen ist: „Als wir bei einem Australien-Törn vom Landgang zum Beiboot zurückkommen, steht das auf dem Berg oben! Die Australier können wirklich auch Gfrasta sein. Warum zahn die das Beiboot da rauf, wer macht so was? Ärgerlich tragen wir es weit hinunter zum Wasser. Nächsten Tag bin i draufgekommen, dass es hier Tiden gibt!“ 

Rotoava ist verhältnismäßig üppig ausgestattet mit drei Supermärkten. Es gibt eine Bootstankstelle mit Steg und Wasser kann man mit dem Kanister vom Gemeindeamt holen. Zwischen 20 und 30 Schiffe liegen hier sehr ruhig an gewarteten Bojen oder vor Anker. Mittwochs kommt das Versorgungsschiff und für einige Stunden danach gibt es in den Geschäften auch Tomaten, Gurken, Kohl, zwei Pampelmusen und einige Birnen. Wir haben sogar Kunden mit einer Ananas gesehen. Da denkt man das erste Mal im Leben an Raub und sieht sich nach der nächsten dunklen Ecke um. Spaß beiseite. Hier gibt es auch 4G-Netz und wir können uns um die Weitervermietung unseres Hauses kümmern. 

Straßen gibt es hier! Und zwar mehrere Kilometer lange! Man kann sich Fahrräder ausborgen und sogar ein Restaurant hat manchmal offen. Perlenfarmen und noble Resorts sind ebenfalls vorhanden. Auch einen Pizzastand haben wir schon ewig nicht mehr gesehen. Wir genießen das abwechslungsreiche Motu. Ein kleines Kreuzfahrtschiff liegt in der Bucht und die noblen zahlungskräftigen Gäste werden an Land mit Trommeln, Trachten und Perlenständen begrüßt. Wenn wir ankommen sind die Einheimischen gottseidank ganz normal. 

Unsere Gasflaschen aus Kroatien sind verrostet und haben bald ausgedient. An der Tankstelle würden wir Glasfaser-Gasbehälter in der richtigen Größe bekommen. Leider haben diese hier einen anderen Anschluss und einen passenden Adapter für unser Schiff gibt es leider nicht. Wir hoffen auf Tahiti. Damit geht die Rallye ums Gas in die nächste Runde.   

Über Erzählungen anderer klärt sich das Schicksal eines großen Outremer-Katamarans, der vor einigen Tagen zum Mayday-Fall wurde. Durch eine Unaufmerksamkeit ist der Kat auf eine betonnte Untiefe aufgelaufen und kam nicht mehr herunter. Das wird wohl eine teure Reparatur. Auch die Ursache für das Segelschiffwrack auf dem Strand im Süden des Atolls klärt sich auf. Angeblich kam das Schiff in der finsteren Nacht lose von der Boje und versuchte daraufhin wieder von Neuem an der Boje festzumachen. Leider war es die Muring unter der Boje, die gebrochen war und so folgte das Schiff der treibenden Boje in der Nacht, als diese auf das Riff gespült wurde… So schnell kann ein Traum enden. Voller Mitleid denken wir an den traurigen Anblick des von Wellen umspülten auf der Seite liegenden Zweimasters.

Nachdem Fakarava einer der Top-Tauchspots weltweit ist, muss sich Martin natürlich auch den Nordpass unter Wasser ansehen. Hier strotzt es vor Leben. Ein riesiger nicht scheuer Mantarochen, ein entspannter Oktopus, große Napoleonfische, Flötenfische, Steinfische, Muränen, große Barsche, seltene Muscheln, viele Rifffische und natürlich Haie sind die Highlights hier. Manchmal ist einem das Glück hold und einige der Exemplare schwimmen genau vor die Gopro-Linse und beäugen Martin neugierig als hätten sie noch nie einen Taucher gesehen. 


Kurzvideo: Tauchen im Fakarava Nordpass

So viel Zivilisation sind wir gar nicht mehr gewohnt und wir machen uns noch einmal im Atoll Richtung Süden auf, um einen Ankerplatz mit Sandstrand und Palmen anzusteuern, der uns bei der Hinfahrt schon gefallen hat. Nach unserem Einkauf sind wir jetzt wieder einige Wochen autark und freuen uns auf Natur pur. Noch dazu haben wir das Glück, dass wir am Ankerplatz das einzige Schiff weit und breit sind. Für „Hafenkino“ ist dennoch gesorgt, denn tagsüber passieren einige Segelschiffe den betonnten Nord-Süd-Wasserweg Fakaravas. Dabei fährt Hermann mit der 2fast4you unter heftigem Winken und Rufen vorüber. Leider muss er wegen Zahnschmerzen eines Crew-Mitglieds direkt weiter nach Rotoava. Aber wir treffen uns sicher an einem anderen Ort. Die meisten fahren die gleichen Atolle an, sei es wegen einfacher Pässe oder eines einsamen Restaurants in einem ansonsten unbewohnten Atoll wie zum Beispiel im Norden von Toau, unserem nächsten Ziel.  

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