3.000 Seemeilen, ein halbes Jahr und eine verschlissene Heimatflagge

Die erste Heimatflagge ist verschlissen. Kein Wunder nach 3.000 Seemeilen seit März. 3.000 Meilen, das ist immerhin schon mehr als ein Achtel der Länge des Äquators. Wir sind nun genau ein halbes Jahr weg von zuhause. Zeit, einen kleinen Rückblick über das letzte halbe Jahr zu machen.

Zuerst das Allerwichtigste: der Familie zuhause und uns geht es gut und alle sind gesund. Dafür sind wir sehr dankbar. Und dafür, dass wir die erste Etappe von der Adria zu den Kanaren gut meistern konnten. Wir haben Kroatien, Montenegro, Albanien, Spanien, Portugal, Gibraltar und schließlich die Kanaren besucht, dabei 5 kg Butangas verkocht und 400 l Diesel sowie einen Weisheitszahn vermanövriert.

Freilich lief nicht alles wie geschmiert – speziell wegen Covid19. Auch viele Reparaturen haben uns manchmal gefordert. Trotzdem sind wir nun hier in Las Palmas de Gran Canaria, bereit für weitere Meilen und Erlebnisse. Besonders freut uns, dass in nächster Zeit in der auflagenstärksten österreichischen Seglerzeitung „Ocean7“ des größten österreichischen Segelclubs „Yachtclub Austria“ Berichte von uns erscheinen werden.

Es ist auch wieder Zeit, danke zu sagen. Für die Unterstützung von zuhause an meine Eltern Renate und Hans, an unseren Sohn Jonathan, an meine Schwester und Familie Daniela, Christoph, Hannah und Elias sowie Olivia mit Linda. Für das Lager an Rene und Karo und an die Mieter unseres Hauses Steffi und Benji sowie an alle unsere Freundinnen und Freunde sowie Verwandten und Nachbarn, die wir schweren Herzens zurückgelassen haben.

Ein ganz besonderer Dank für die vielen Kaffeekassen-Eingänge, die unseren Kaffee samt unserer bescheidenen Webpräsenz finanzieren geht an Gerald Stutz, Peter Bauer, Stefan Weichselbaumer, Ingo Wendt, Jürgen Neuhauser und alle weiteren. Wir freuen uns sehr über jede Spende.

Danke für den technischen WhatsApp-Support von Nikola samt Pitter-Team in Trogir und der Firma Ober in Vorarlberg sowie der Yacht-Zeitschrift. Nicht zuletzt auch Poseidon bzw. Neptun wollen wir in alter Seefahrertradition beim Danken nicht auslassen.

Der Austausch mit der Ananda– und Mimpi-Crew sowie der Zuspruch von Rainer und Traudi ist dankenswerter Weise sehr hilfreich. Den brauchten wir manchmal dringend, denn neben der tourlichen Wartung musste folgendes ausgetauscht werden: Windgeber, Duschpumpensensor, Speedlog, Sikaflex bei Luken, Befestigungen für die Schattenspender am Salon, Duschkopf außen, Motorelektronik, Davitleinen, Solarpaneele, Seewasserpumpen Simmeringe, Watermaker Rückspülleitung, Luken-Scharnier, Fluchtluken, Kapseln in Automatikwesten, Anoden an Propellern, Überdruckventil am Wasserboiler, Außenborder. Wir hoffen noch immer, dass wir jetzt die letzte Schwachstelle gefunden haben, sind aber realistisch genug, dass das nicht so sein wird. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen anderer Segler. Im Vergleich sind wir bis jetzt noch glimpflich davongekommen. Seit dem Start wurde zusätzlich eingebaut: Seewasser-Entsalzungsanlage, Gaswarner, Gas-Fernschalter und Trenntransformator.

Selber haben wir uns seefahrerisch weiterentwickelt und vor allem viel über Motoren, Elektrik, Rigg und Wasserinstallation gelernt. Salzbuckel sind wir noch keine, aber am Weg dorthin und wir lernen gerne dazu. Das ist auch notwendig denn ab jetzt geht es vor allem in Reviere ohne Infrastruktur und Ersatzteile.

In Las Palmas warten wir wir auf ein heimatliches Paket und machen Infinity fit für die weiteren Atlantik-Törns. Auch wollen wir hier erstmals unseren Tauchkompressor anwerfen und vielleicht fangen wir ja auch endlich unseren ersten Fisch. Bezüglich Reiseplanung bleiben wir flexibel so wie bis jetzt. Je nachdem welche Länder im Herbst offen haben, richten wir unsere Reiseroute aus. Bis jetzt haben sich auch immer Trittsteine gefunden und das erhoffen wir weiterhin für die nächsten Monate. Das Ziel bleibt, den Teich Richtung Karibik im November oder Dezember zu überqueren – aber nicht um jeden „Quarantäne“-Preis. Es bleibt spannend. Jetzt sind erst mal die Kanaren dran.

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